Hausstaub bestimmt Bakterien im Mund

Die Bakterien im Mundraum sind für die Gesundheit des Mundes und des ganzen Körpers bedeutsam. Wissenschaftler entdecken, dass der Hausstaub einen größeren Einfluss auf die Keime im Mund besitzt als Erbkomponenten. 


Bakterien im Mund sind für die Gesundheit wichtig

Die Gesamtheit der Bakterien im Mund, das Mikrobiom, steht mit der Gesundheit in Verbindung. Hunderte an Bakterienspezies leben dort und halten Kranheitserreger vom Eindringen in den Körper ab, einige können aber auch selbst Krankheiten auslösen. Umso wichtiger erscheint es, sich um dieses Mikrobiom Gedanken zu machen und zu erforschen, wie die Bakterien überhaupt in den Mund geraten und wie sie dort wirken. 

Immunologen untersuchten jetzt das Mikrobiom jüdischer Familien aus drei verschiedenen Kontinenten, um herauszubekommen, ob Unterschiede in der bakteriellen Zusammensetzung von den Genen abhängen könnten. Da es sich um streng orthodoxe Juden handelte, konnte man davon ausgehen, dass Ernährung und Lebensstil vergleichbar waren. Die Forscher machten auch genaue Analysen des Erbgutes und entschlüsselten das Erbgut der Bakterien.

Familienmitglieder einer Familie von 157 Personen und Untersuchungsteilnehmer anderer Kontinente zeigten, dass der Kern des Speichels vor allem von vier Bakterienspezies bestimmt wurde. Anhand statistischer Analysen konnten die Forscher bestimmen, welche Faktoren – wie Lebensraum, Alter oder Verwandtschaft – Unterschiede in den Bakterien erklärten. Dies war in erster Linie der Hausstaub.


Parodontitis als Beispiel für bakterielle Erkrankung im Mund

Der Kontakt und das Teilen von Keimen in der direkten Umgebung bestimmen die unterschiedliche Keimbesiedlung bei Individuen, so die Forscher. Ehepartner, Eltern und Kinder unter zehn Jahren weisen ein sehr ähnliches Mikrobiom auf, auch wenn der Körperkontakt nicht innig ist. Die Vererbung spielt demnach eine untergeordnete Rolle.

Die Bakterien im Mund spielen zum Beispiel für die Pardontitis eine Rolle. Dabei kommt es zu Entzündungen am gesamten Zahnhalteapparat, die sich auf den ganzen Körper und das Herzkreislaufsystem auswirkt.

Die Studie erschien im Journal "mBio".

Quelle: Dr. Julia Hofmann29.09.17Zum AnfangZurück

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