Grüner Tee hilft bei Down-Syndrom

Eine Komponente aus grünem Tee kam in einer Studie Patienten mit Down-Syndrom zugute. Offenbar verbesserte die Zufuhr des Stoffes die geistige Leistungsfähigkeit. Damit wäre möglicherweise erstmals eine Behandlung verfügbar, die die geistige Leistung dieser Patienten beeinflussen kann.


Down-Syndrom: Ein Chromsosom zuviel

Epigallocatechigallat (EGCG) ist ein Stoff aus Grünem Tee, der die kognitiven Funktionen von Menschen mit Down-Syndrom verbessern kann. Es handelt sich bei der Substanz um ein Antioxidans, ein Polyphenol. Ursache des Down-Syndroms, auch Trisomie 21 genannt, ist ein teilweise oder komplettes überzähliges 21. Chromosom. Gesunde Menschen haben nur zwei Chromosomen.

Die vermehrte Gen-Ausprägung aufgrund des zusätzlich vorhandenen Chromosoms hat Folgen: Das Aussehen Betroffener ist typisch, es können körperliche Probleme und Komplikationen auftreten und die geistige Leistungsfähigkeit kann mehr oder weniger eingeschränkt sein. Kinder Das Erlernen der Sprache ist oftmals verzögert, sie haben Lernschwierigkeiten und können sich schlecht konzentrieren.


Patienten profitieren von einjähriger Behandlung

Laut spanischer Wissenschaftlerin Mara Dierssen des Centre for Genomic Regukation in Barcelona hätten Studien gezeigt, dass die geistige Beeinträchtigung auf einer übermäßigen Ausprägung des Gens DYRK1A beruht. Untersuchungen an Mäusen hätten Hinweise darauf gegeben, dass die Komponente aus Grünem Tee die Gen-Ausprägung drosseln kann.

In der aktuellen Untersuchung erhielten 84 Menschen mit Down-Syndrom zwölf Monate lang entweder eine tägliche Dosis entkoffeinierten Grünen Tees mit EGCG oder wurden zum Schein behandelt. Wöchentlich nahmen die Studienteilnehmer an einem kognitiven Training teil. Tests der geistigen Leistungsfähigkeit zeigten, dass Down-Syndrom-Patienten mit EGCG-Behandlung in verschiedenen Bereichen der kognitiven Funktion wesentlich besser abschnitten als Patienten mit Scheintherapie.

Die Studie wurde in "Lancet Neurology" veröffentlicht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann17.06.16Zum AnfangZurück

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