Grüner Star: Medikamente über Kontaktlinsen

Bei verschiedenen Erkrankungen des Auges wie dem grünen Star müssen Patienten Medikamente über das Auge verabreichen. Zukünftig könnten Kontaktlinsen Medikamente abgeben. Mediziner erhoffen sich damit, dass Patienten Behandlungen besser einhalten, damit sie vor Sehverlust und Blindheit bewahrt werden. Daneben sind offenbar geringere Medikamentendosen möglich, die jedoch die gleiche Wirkung wie über Augentropfen verabreichte Medikamente haben.


Erhöhter Augeninnendruck schädigt Auge und Sehfähigkeit

Beim grünen Star (Glaukom) besteht ein erhöhter Augeninnendruck, was den Sehnerv schädigt, sodass es zu Gesichtsfeldausfällen kommt. Unbehandelt droht ein kompletter Sehverlust. Die Ursachen der Erkrankung sind unterschiedlich. Es besteht ein Missverhältnis zwischen Kammerwasserbildung und -abfluss im Auge. Patienten erhalten Augendruck-senkende Medikamente wie Latanotrop. Diese sind über Augentropfen zu verabreichen. Das Glaukom ist die führende Ursache von Erblindung.

Einer besseren Behandlungsalternative sind Augenärzte aus den USA und Großbritannien auf der Spur. Sie entwickelten medikamentenabgebende Kontaktlinsen und testeten sie bereits in einer vorläufigen Studie. Bisherige Entwicklungen medikamentenabgebender Kontaktlinsen waren oftmals mit dem Problem behaftet, dass die Wirkstoffe zu rasch freigesetzt wurden und deshalb nicht effektiv genug wirkten. Die Kontaktlinsen in dieser Untersuchung können laut Wissenschaftler Medikamente kontinuierlich über einen Zeitraum von einem Monat abgeben.


Kontaktlinsen korrigieren auch Fehlsichtigkeit

Die Kontaktlinsen enthalten einen dünnen Film medikamentenummantelter Polymere an der Oberfläche, der eine langsamere Abgabe des Medikaments erlaubt. Die Sehschärfe wird durch den Medikamentenfilm nicht beeinträchtigt, da das Zentrum der Linse klar, atmungsaktiv und befeuchtet ist. Fehlsichtigkeiten können berücksichtigt werden.

Getestet wurden die Linsen an Affen mit Glaukom. Bei ihnen war eine Augendrucksenkung mit geringerer Medikamentendosis besser zu erzielen als auf die übliche Art, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift "Ophthalmology". Studien an Menschen sollen bald folgen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann08.09.16Zum AnfangZurück

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