Glutenfrei essen: Wie gefährlich ist das?

Wer unter Zöliakie leidet, muss sich glutenfrei ernähren. Aber auch gesunde Menschen verzichten zunehmend häufig auf das Protein. Das aber kann negative gesundheitliche Auswirkungen haben, mahnen Ernährungswissenschaftler. Sie fanden ein erhöhtes Risiko für Diabetes Typ 2.


Forscher untersuchen Daten von drei großen Studien

Gluten ist ein Protein, das hauptsächlich in Weizen, Gerste, Roggen, Backwaren und anderen Nahrungsmitteln enthalten ist. Menschen, die unter der Autoimmunkrankheit Zöliakie leiden, müssen das Protein meiden, denn ihr Immunsystem reagiert auf Gluten, indem es Zellen des Dünndarms angreift, sodass es zu Entzündungen kommt. Bis zu ein Prozent der Bevölkerung ist betroffen. Unabhängig von dieser chronischen Krankheit ernähren sich aber auch immer mehr gesunde Menschen glutenfrei und zunehmend drängen glutenfreie Nahrungsmittel auf den Markt. Möglicherweise versprechen sich viele durch eine glutenfreie Ernährung einen gesünderen Lebensstil.

Einige Ernährungswissenschaftler empfehlen aber, Gluten aus dem täglichen Essen nicht auszuschließen, da fraglich ist, ob dies überhaupt einen Nutzen hat. Sie empfehlen dagegen eine ausgeglichene Diät mit Früchten und Gemüse sowie Vollkorn und Vollprodukte, auch aus Weizen, und andere glutenhaltige Nahrungsmittel.

Forscher der Harvard University fanden jetzt Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen einer glutenfreien Ernährung und einem erhöhten Risiko für Diabetes mellitus 2. Sie hatten die Daten von annähernd 200.000 Studienteilnehmern der Nurses Health Study I und II sowie der Health Professionals Follow up Study analysiert. In einem Teil der drei großen Studien hatten die Studienteilnehmer alle zwei bis vier Wochen Angaben zu ihrer Ernährung gemacht. Die aufgenommene Menge an Gluten ließ sich anhand der Angaben annähern.


Getreidefasern schützen vor Diabetes

Der durchschnittliche Glutenkonsum pro Tag betrug in den drei Studien zwischen 5,8 und 7,1 Gramm. Alle Studienteilnehmer wurden etwa 30 Jahre lang beobachtet.

Teilnehmer mit dem höchsten Glutenkonsum, um die zwölf Gramm pro Tag, wiesen innerhalb von 30 Jahren ein geringeres Risiko für Diabetes Typ 2 auf als Personen mit der geringsten Glutenaufnahme, nämlich weniger als vier Gramm pro Tag. Jene mit geringerem Gutenkonsum nahmen auch weniger Getreidefasern auf. Getreidefasern schützen bekanntlich vor Diabetes Typ 2. 

Auf Gluten verzichten sollten demnach gesunde Menschen eher nicht, so die Wissenschaftler. Allerdings handelt es sich bei der anlässlich eines Jahrestreffens der American Heart Association vorgestellten Untersuchung um eine Beobachtungsstudie. Diese lässt keine definitiven Aussagen über Ursache und Wirkung zu.

Quelle: Dr. Julia Hofmann27.03.17Zum AnfangZurück

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