Glückshormon hilft Männern beim Abnehmen

Das Kuschelhormon Oxytocin ist das Mutter-Kind-Hormon, das für die Bindung zum Kind wichtig ist, aber auch für andere Beziehungen und Vertrauen bedeutsam ist. Das über ein Nasenspray verabreichte Hormon lässt Männer weniger kalorienreich essen und könnte zur Gewichtsabnahme beitragen. Offenbar wirkt schon eine einmalige Anwendung. Warum das Hormon den Appetit beeinflusst, ist nicht vollständig geklärt.

 

 

Kuschelhormon für eine kalorienärmere Ernährung

 

Die einmalige Verabreichung von Nasenspray mit Ocytocin ließ Männer bei einem folgenden Frühstück weniger herzhaft zugreifen und eine reduzierte Menge an Kalorien und Fett zu sich nehmen, unabhängig davon, ob sie normalgewichtig oder dick waren. Dies ergab eine Untersuchung von US-Forschern der Harvard Medical School in Boston. Demnach verbesserten sich auch der Stoffwechsel sowie die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen. Insulin ist ein Hormon, das für den Zuckerstoffwechsel bedeutsam ist. Eine verminderte Empfindlichkeit der Zellen auf Insulin (Insulinresistenz) steht mit der Entwicklung der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) in Verbindung.

 

Oxytocin ließ die Männer weniger Fett und Kalorien zu sich nehmen, obwohl sie ein reichhaltiges Frühstück erhalten hatten, dessen Menge doppelt so hoch wie normal war. Schwerere Nebenwirkungen ließen sich gegenüber einem Scheinmedikament nicht nachweisen. Die Männer nahmen selbst keine Appetitveränderungen wahr. Es zeigten sich auch keine Veränderungen appetitregulierender Hormone im Blut.

 

 

Wirkt Oxytocin auf das Gehirn?

 

Auf welchem Weg Oxytocin wirkt, ist den Forschern nicht klar. Vorklinische Studien deuten aber darauf hin, dass das Hormon appetitregulierende Leitungen im Gehirn beeinflusst. Da Frauen auf Oxytocin anderes reagieren als Männer, stehen Untersuchungen an Frauen aus.

 

Die Forscher finden, Oxytocin ist eine vielversprechende Behandlungsoption bei Übergewicht und die dadurch verursachten Stoffwechselprobleme. Diese sind Risikofaktoren für Herzkreislauferkrankungen wie die koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt.

Quelle: Dr. Julia Hofmann20.03.15Zum AnfangZurück

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