Gewichtsabnahme - langsam oder schnell?

Eine langsame Gewichtsabnahme ist gesünder und hält auch länger an, denken viele Patienten, aber auch Ärzte. Gefürchtet bei schneller Gewichtsreduktion ist der Jo-Jo-Effekt. Dann sind die unliebsamen Pfunde nach kürzester Zeit wieder drauf und alle Mühe war umsonst. Oder schlimmer noch, bald nach der Diät schon wiegen Abnehmewillige mehr als vorher.

 

Schnelle gegen langsame Gewichtsabnahme

Bestandteil von Leitlinien ist häufig die Empfehlung einer langsamen Gewichtsabnahme, um den als Jo-Jo-Effekt bekannten Mechanismus eines allzu raschen Gewichtsanstiegs nach einer schnellen Gewichtsabnahme zu verhindern. Daneben soll eine schnelle Gewichtsabnahme mit vermehrten Begleiterscheinungen wie Leistungsminderung, Schlafproblemen und der Entwicklung von Gallensteinen verbunden sein.

 

Nach einer aktuellen Studie hat diese Empfehlung aber kaum Bestand, denn der Gewichtsverlust ist unabhängig von der Dauer der Gewichtsreduktion. Australische Forscher untersuchten über 200 Menschen mit Fettleibigkeit. Nach dem Zufallsprinzip ausgewählt erhielt je eine Hälfte eine Radikaldiät mit 450 bis 800 kcal pro Tag über zwölf Wochen (Schnellabnehmer). Die andere Hälfte erhielt 1500 kcal pro Tag über zwölf Wochen (Langsamabnehmer). Vorgegebenes Ziel war eine Gewichtsabnahme von 15 Prozent, mindestens jedoch 12,5 Prozent.

 

Gewichtszunahme beider Gruppen ist gleich

In der Gruppe der Schnellabnehmer erreichten 81 Prozent das Ziel, während dies bei den Langsamabnehmern nur 50 Prozent waren. Alle Teilnehmer, die mindestens 12,5 Prozent des Gewichts abgenommen hatten erhielten eine Erhaltungsdiät für drei Jahre.

 

Nach den drei Jahren wiesen Teilnehmer beider Gruppen vergleichbare Gewichtszunahmen auf. Schnelle Abnehmer hatte 71,2 des erst verlorenen Gewichts wieder auf den Rippen und Langsamabnehmer 70.5 Prozent.

 

Demzufolge gibt es zwischen langsamer und schneller Gewichtsabnahme kaum Unterschiede hinsichtlich einer anschließenden Gewichtszunahme. Die Studie wurde im Fachmagazin Lancet Diabetes & Endocrinology veröffentlicht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann06.11.14Zum AnfangZurück

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