Gewicht und Größe bestimmen Erfolg

Auch wenn jeder weiß, dass man niemandem nach seinem Äußeren beurteilen soll - in der Realität sieht das oftmals anders aus. Eine aktuelle Studie zeigt, dass Diskrimininierung eher die Regel als Ausnahme ist.


Wer finanziell besser gestellt ist, ist gesünder

Wer hat wohl die schlechteren Chancen im Leben: jemand, der übergewichtig und klein ist oder jemand, der groß gewachsen und schlank ist? Die Antwort liegt nahe und wird nun auch noch von einer Studie im "British Medical Journal" des Forschers Timothy Frayling der University of Exeter in Großbritannien untermauert.

Demnach haben Menschen mit einem höheren Body Mass Index (BMI) und geringerer Körpergröße häufig mit Nachteilen zu kämpfen. Sie haben im Vergleich zu größeren und normalgewichtigen Personen oftmals eine schlechtere Bildung, ein schlechteres Einkommen und sind sozial isolierter.

Das hat möglicherweise auch gesundheitliche Konsequenzen. Denn Studien konnten bereits beweisen, dass ein hoher sozioökonomischer Status mit einer besseren Gesundheit und einem längeren Leben verbunden ist. Da der sozioökonomische Hintergrund von Gewicht und Körpergröße abhängen, sind hier also Nachteile für übergewichtige und kleinere Menschen zu befürchten.

Auf der anderen Seite ist ein besserer sozioökonomischer Status mit einem höheren Körperwuchs und einem geringeren BMI verbunden. Ursächlich könnten z. B. Ernährungsfaktoren während der Kindheit sein.

Groß und schlank ist mit Vorteilen verbunden

Um Ursache und Wirkung auf den Grund zu gehen, untersuchten die britischen Forscher die Gene von Menschen und den Zusammenhang zwischen Genvarianten und deren Einfluss auf BMI und Körpergröße. Sie konnten die genetischen Daten von annähernd 120.000 Männern und Frauen britischer Abstammung zwischen 35 und 73 Jahren analysieren. Zusätzlich bezogen sie Daten zum sozioökonomischen Status, Bildung und Bildungsgrad, Job, Einkommen und soziale Zuwendung ein.

Individuen mit geringerer Körpergröße, wie dies der Einschätzung durch bestimmte genetische Varianten entsprach, wiesen einen geringeren Bildungsgrad, einen geringeren Berufsstatus sowie ein geringeres Einkommen auf. Dieser Zusammenhang zeigte sich am deutlichsten für Männer. Auch Personen mit einem nach den genetischen Merkmalen eingeschätzten höheren BMI wiesen ein geringeres Einkommen und weniger soziale Zuwendung auf.

Bei der Erklärung des Zusammenhanges zwischen einem hohen Körperwuchs und besserem sozioökonomischen Status könnten am ehesten komplexe Wechselwirkungen zwischen Selbstbewusstsein, Stigma, positiver Diskriminierung und höherer Intelligenz eine Rolle spielen, so die Wissenschaftler.

Quelle: Dr. Julia Hofmann16.03.16Zum AnfangZurück

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