Gesundheitsvorhersage mit Geburtsgewicht

Das Geburtsgewicht und die spätere Entwicklung von Krankheiten wie Diabetes oder Herzkreislauferkrankungen werden offenbar von den gleichen Genen bestimmt. Das zeigt eine große Studie eines internationalen Forscherteams. Die Erkenntnis könnte für die Prävention verschiedener sehr häufig vorkommender Erkrankungen wie Diabetes und Herzinfarkt bedeutend sein.


Einfluss der Gene auf Geburtsgewicht ist groß

Wissenschaftler des "Early Growth Genetics (EGG)-Konsortiums aus 17 Ländern untersuchten die Unterschiede in den Erbfaktoren von annähernd 154.000 Menschen. Bestandteil der Studie waren auch 450 finnische Kinder.

Durch eine Verknüpfung genetischer Informationen mit Daten zum Geburtsgewicht ließen sich 60 Genorte identifizieren, die für Unterschiede im Geburtsgewicht verantwortlich sind. Viele dieser Gene spielen auch für Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2 und Herzkreislauferkrankungen eine Rolle, wurde bereits in früheren Untersuchungen belegt. 

Laut Forscher lässt sich mindestens ein Sechstel der Unterschiede im Geburtsgewicht mit unterschiedlichen Erbfaktoren von Kindern erklären. Der Einfluss des Erbes auf das Geburtsgewicht ist damit höher zu bewerten als der Einfluss von Umweltfaktoren. 


Kinder mit unnormalem Geburtsgewicht sollten besonders gesund leben

Wie frühere Studien bereits zeigten, ergab auch diese Untersuchung, dass Kinder mit einem zu niedrigen oder zu hohen Geburtsgewicht später ein erhöhtes Risiko für die Stoffwechselerkrankung Diabetes aufweisen. Die neue Erkenntnis zeigt, dass eine Verknüpfung des Zusammenhangs auch im Erbmaterial liegt. Doch ergab die Studie darüber hinaus, dass auch die mütterlichen Erbfaktoren das Geburtsgewicht des Nachwuchses beeinflussen. 

Kinder, die mit einem unnormal geringen oder hohen Geburtsgewicht zur Welt kommen, sollten besonders gesund leben, folgern die Forscher aus ihren Studienergebnissen. Denn sie tragen ein erhöhtes Risiko für spätere Krankheiten. Ein gesunder Lebensstil könnte helfe, diesen vorzubeugen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann14.10.16Zum AnfangZurück

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