Pflege: Zusatzversicherung lohnt sich nicht immer

Nicht für jeden lohnt eine Pflegezusatzversicherung, berichtet das "Deutsche Ärzteblatt". Stiftung Warentest nahm die Versicherungen genauer unter die Lupe: Ihr Fazit: Nur bei regelmäßigem Einkommen kann eine Versicherung sinnvoll sein.


Langfristiges Einkommen ist bei Pflegezusatzversicherung wichtig 

Pflegezusatzversicherungen lohnen sich nur, wenn langfristig ein regelmäßiges Einkommen erzielt wird, das auch Steigerungen der Beiträge mit der Zeit zu decken vermag, so die Stiftung Warentest in der Zeitschrift "Finanztest". Wer ein geringes oder unregelmäßiges Einkommen hat, sollte demnach dagegen andere Möglichkeiten prüfen.

Ziel einer Pflegezusatzversicherung ist die Schließung einer Versorgungslücke in Fällen, in denen das Geld aus der Pflegeversicherung und aus den Rentenbezügen nicht für die Deckung der Pflegekosten ausreicht.

Finanztest hatte 31 Pflegetagegeldtarife und vier Pflegekostentarife geprüft. Für einen 55-Jährigen würden die Kosten dafür 87 Euro monatlich betragen. Nur 18 der 31 untersuchten Tarife schnitten gut ab. In die Beurteilung waren die Versicherungsleistung im Verhältnis zum Beitrag und den Vertragsbedingungen bedeutsam.


Alternativen zur Zusatzversicherung im Privaten suchen

Der Beitrag zur Pflegezusatzversicherung ist auch dann weiter zu zahlen, wenn es bereits zur Pflegebedürftigkeit gekommen ist. Vorübergehende Beitragbefreiungen sind in Fällen von Arbeitslosigkeit oder Auslandsaufenthalten möglich. Zu bedenken ist, das der Versicherungsschutz mit einer Kündigung erlischt, bislang eingezahlte Beiträge jedoch nicht zurückerstattet werden.

Vielfach lohnt es sich möglicherweise, für eine spätere Betreuung nach Alternativen zu suchen. Noch immer steht häufig die Familie zu Verfügung, Senioren-Wohngemeinschaften, Mehrgenerationenwohnen sowie der frühzeitig geplante Umbau der eigenen Wohnung können helfen und bieten vielen Pflegebedürftigen zumindest eine Zeit lang eine gute Möglichkeit, weiterhin selbstständig zu leben.

Im Jahr 2015 reichten Rente, Pflegeversicherung und eigenes Vermögen bereits bei jedem Vierten nicht aus, um die Pflegekosten zu decken. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann26.10.17Zum AnfangZurück

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