Fester Hausarzt bewahrt vor Krankenhaus

Haben Senioren einen festen Hausarzt, werden Krankenhausaufenthalte unter stationären Bedingungen unwahrscheinlicher. Britische Wissenschaftler halten eine kontinuierliche Betreuung älterer Menschen deshalb für wichtig, schreibt das "Deutsche Ärzteblatt".


Wann ins Krankenhaus? Hausarzt weiß es oftmals am besten

Großbritannien möchte die medizinische Primärversorgung, in erster Linie durch Hausärzte, stärken. Die Häufigkeit der langfristigen medizinischen Versorgung durch einen Arzt hat abgenommen. Ob dies die stationären Behandlungen in Krankenhäusern beeinflusst, untersuchten Isaac Bakere, Adam Steventon und Sarah R. Deeny von der britischen Health Foundation. Eine Überlegung der Wissenschaftler war, dass Ärzte, die Patienten weniger gut kennen, eher geneigt sind, diese ins Krankenhaus zu überweisen. 

Die Forscher analysierten die Daten von 230.000 Patienten im Alter zwischen 62 und 82 Jahren, die ambulant oder stationär versorgt worden waren. Patienten, die einem Hausarzt schon lange bekannt waren, wurden seltener stationär behandelt als Senioren, die keinen kontinuierlichen Kontakt zu einem Hausarzt hatten. Viele Krankheiten älterer Menschen lassen sich ambulant behandeln, wenn die Krankengeschichte und die Erkrankung bekannt sind.


Kontinuierliche Hausarztbetreuung entlastet Kliniken

Patienten, die kontinuierlich den Hausarzt kontaktierten, mussten zu zwölf Prozent seltener im Krankenhaus behandelt werden. Selbst bei einer nur mittleren Häufigkeit an Hausarztkontakten profitierten Senioren. Sie mussten zu neun Prozent weniger eine stationäre Behandlung in Anspruch nehmen. 

Eine kontinuierliche Betreuung älterer Menschen durch den Hausarzt könnte Krankenhäuser entlasten, so die Wissenschaftler. Eine eher bruchstückhafte Betreuung fördere möglicherweise sogar Notfallbehandlungen in Kliniken. Kontinuierliche Hausarztbetreuungen sind also möglicherweise nicht nur medizinisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll.

Die Forscher veröffentlichten ihre Studie im "British Medical Journal". 

Quelle: Dr. Julia Hofmann22.02.17Zum AnfangZurück

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