Soja: Gefahr bei Prostatakrebs?

Soja gilt allgemein als gesund, unter anderem aufgrund der darin enthaltenen hormonähnlich wirkenden Isoflavone. Eine Ausnahme machen Forscher jetzt aus. Männer mit Prostatakrebs sollten sich möglicherweise zurückhalten.


Isoflavone in Soja haben östrogenähnliche Wirkung

Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern. Studien ergaben, dass die Ernährung das Risiko der Krebserkrankung der Vorsteherdrüse beeinflussen kann. Eine Studie aus dem vergangenen Jahr etwa ergab, dass verarbeitete Kohlenhydrate die Wahrscheinlichkeit der Krebsentstehung erhöhen. Andere Studien fanden Zusammenhänge mit einer fettreichen Ernährung.

Eine aktuelle im "International Journal of Cancer" veröffentlichte Studie ergab nun eine mögliche Verbindung mit Isoflavonen, die in Soja enthalten sind. Isoflavone werden auch als pflanzliche Östrogene bezeichnet. Sie weisen eine ähnliche Wirkung auf wie das weibliche Geschlechtshormon Östrogen. Soja und Sojaprodukte wie Miso, Tempeh oder Tofu enthalten hohe Konzentrationen an Isoflavonen. Auch Kudzuwurzeln und Kartoffelbohnen enthalten eine große Menge der pflanzlichen Hormone.

Studien ergaben zum Teil widersprüchliche Auswirkungen von Isoflavonen auf die Gesundheit. Manche ließen einen wachstumsfördernden Effekt bei Brustkrebs vermuten, andere eher, dass gerade Brustkrebspatientinnen profitierten könnten, wenn sie vermehrt Isoflavone aufnehmen.


Isoflavone könnten fortgeschrittenen Prostatakrebs noch fördern

Die Auswirkungen der Pflanzenhormone auf Prostatakrebs untersuchten US-Forscher anhand der Daten von mehr als 27.000 Männern, die an einer Studie zu Darm-, Prostata-, Lungen-, und Eierstockkrebs teilgenommen hatten. Fast 2.600 Männer waren von Prostatakrebs betroffen, knapp 290 davon wiesen fortgeschrittene Erkrankungen auf.  In den mehr als elf Jahren Beobachtungszeit machten die Studienteilnehmer genaue Angaben zu ihrer Ernährung.

Im Vergleich zu Männern, die keine Isoflavone zu sich nahmen, wiesen jene mit Isoflavonen in ihrer Ernährung ein erhöhtes Risiko auf, fortgeschrittenen Prostatakrebs zu entwickeln. In fortgeschrittenen Krebsstadien hat sich der Krebs schon ausgebreitet oder Tochtergeschwülste in anderen Körperbereichen gebildet.

Die Forscher fanden allerdings keinen Hinweis darauf, dass Isoflavone das Risiko des nicht fortgeschrittenen Prostatakrebses erhöhen. Sie fordern weitere Studien, um das Risiko genauer zu untersuchen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann16.11.17Zum AnfangZurück

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