Diabetes: Oftmals Nebenwirkungen durch Metformin

Die regelmäßige Medikamenteneinnahme ist für Diabetespatienten wichtig. Dennoch richten sich viele Patienten nicht an die ärztliche Verordnung. Der Grund ist oftmals in den Nebenwirkungen zu suchen, zeigt eine aktuelle Untersuchung.


Ein Drittel der Patienten nimmt Metformin nicht wie vorgesehen ein

Zu viele Diabetespatienten nehmen das am häufigsten verschriebene Medikament Metformin nicht nach ärztlicher Anweisung ein. Die Gründe dafür erforschten Wissenschaftler der University Surray anhand der Daten von 1,6 Millionen Menschen mit Diabetes Typ II. In ihrer im Fachjournal "Diabetes, Obesety and Metabolism" veröffentlichten Studie kombinierten die Forscher die Daten aus klinischen Studien und Beobachtungsstudien, um der Therapietreue bei der Einnahme von Tabletten und Medikamenteninjektionen auf die Spur zu kommen.

Es zeigte sich, das insbesondere Patienten, die das sehr häufig verschriebene Metformin einnahmen, weniger wahrscheinlich die Tabletten in der Dosierung einnahmen, die verordnet worden war. Ganze 30 Prozent der mit dem Medikament Behandelten nahmen die Medikamente unzuverlässig ein, während das bei anderen Medikamenten seltener der Fall war.

Metformin hemmt die Zuckerproduktion in der Leber, sodass Blutzuckerspitzen im Nüchternzustand ausbleiben. Nach der Nahrungsaufnahme sorgt der Wirkstoff dafür, das der Zucker aus der Nahrung langsamer über den Darm in das Blut gelangt. Daneben verbessert das Medikament die Zuckerverwertung im Körper. Alles in allem reguliert Metformin den Zuckerstoffwechsel auf verschiedenen Ebenen.


Tipp: Beschwerden und Nebenwirkungen mit dem Arzt besprechen

Die Forscher vermuten, dass Nebenwirkungen die Ursache dafür sind, dass viele Patienten die Medikamente nicht regelmäßig oder nicht in verschriebener Dosis einnehmen. Beschwerden wie Durchfall oder Blähungen kommen häufiger vor. Auch die Häufigkeit der nötigen Einnahme könnte die Therapietreue beeinflussen.

Deshalb ist es sehr wichtig, auftretende Beschwerden mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. Sind tatsächlich die Medikamente die Ursache der Beschwerden, lässt sich oftmals auf einen anderen Wirkstoff ausweichen. Eigenmächtig die Tabletten abzusetzen oder in geringerer Dosis einzunehmen, kann den Behandlungserfolg schwächen oder aufheben.

Quelle: Dr. Julia Hofmann27.12.17Zum AnfangZurück

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