Senioren: Superhirn bei Alzheimer?

Hirnveränderungen bei der Alzheimerdemenz sind typisch. Nicht immer scheint das aber mit einem geistigen Abbau verbunden zu sein. Wissenschaftler machten eine erstaunliche Entdeckung. Demnach weisen einige über 90-jährige Menschen, die zu Lebzeiten ein überragend gutes Gedächtnis hatten, Ablagerungen im Gehirn auf, wie diese auch bei der Alzheimerkrankheit zu finden sind. Manche Menschen tragen aber offenbar keinen Schaden davon.


Schutzfaktoren vor Gedächtnisverlust gesucht

US-Forscher entdeckten bei der Untersuchung von Gehirnen über 90-jähriger Senioren mit bis zu ihrem Tod ausgezeichnetem Gedächtnis zum Teil ausgedehnte und dichte Alzheimerablagerungen im Gehirn, die die Diagnose einer Alzheimerdemenz zulassen würden. Bei den Ablagerungen handelt es sich um eine Anhäufung und Verdichtung eines Eiweißes beziehungsweise dessen Fragmente (Alzheimer Plaques an der Außenseite von Nervenzellen. Die Ablagerungen schädigen die Nervenzellen.

Wissenschaftler spekulierten deshalb, dass es einige Faktoren geben muss, die das Gehirn und das Gedächtnis schützen, sodass die Ablagerungen und andere typische Veränderungen bei Alzheimer nicht schaden. Es gelte nun, herauszufinden, welches diese Faktoren sind. Das könnten Erb- und Ernährungsfaktoren, aber auch Umwelteinflüsse sein. Damit könnten sich auch wirksame Therapien gegen die Alzheimererkrankung finden.


Forscher: Gehirne immun gegen Alzheimer

Andere Studien hatten ebenfalls schon ergeben, dass es Menschen mit Alzheimerveränderungen im Gehirn gibt, deren geistige Funktion jedoch nicht beeinträchtigt ist, wie das bei Alzheimer typisch ist. In Ihrer Untersuchung hatten die Forscher einen Bereich des Gehirns, den Hippocampus, genau untersucht. Dieses Gebiet im Gehirn ist für das Gedächtnis wichtig. Dieses Areal war in den Gehirnen der Senioren mit Alzheimerveränderungen, aber gutem Gedächtnis im Vergleich zu symptomatischen Alzheimerpatienten intakt. Die Gehirne mancher Menschen scheinen gegen die schädlichen Wirkungen der Eiweißablagerungen immun zu sein, so die Wissenschaftler.

Ergebnisse ihrer Untersuchung stellten die Forscher anlässlich des Jahrestreffens der Society of Neuroscience in San Diego vor. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann25.11.16Zum AnfangZurück

Quellenangabe für Zitate

Inhalte dieser Webseite dürfen für kommerzielle und nichtkommerzielle Zwecke ohne Rückfragen auszugsweise zitiert werden. Bedingung dafür ist die Einrichtung des folgenden Links als Quelle des Zitates: