Brustkrebs: Einsamkeit als Todesrisiko

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Früh erkannt lässt sich der Krebs meist heilen, die Prognose wird aber von der Größe des sozialen Netzwerks beeinflusst. Einsame Brustkrebspatientinnen sterben den Ergebnissen einer aktuellen Studie zufolge wahrscheinlicher.


Studien: Einsamkeit erhöht allgemeines Todesrisiko um fast ein Drittel

Bereits seit den 90er Jahren entwickeln sich die Überlebenschancen von Brustkrebspatientinnen positiv. Die Screeningmethoden haben sich seither verbessert und die Erkrankung ist in der Öffentlichkeit präsent, sodass Frauen bezüglich des Krebses sensibilisiert sind. Neben verbesserten Technologien und Therapien scheinen soziale Beziehungen das Überleben zu beeinflussen. Dies ergab eine im Fachjournal "Cancer" veröffentlichte Studie.

Dass fehlende soziale Bindungen das Risiko eines vorzeitigen Todes beeinflussen, ergaben bereits frühere Untersuchungen. Einige Studien waren sogar zu dem Schluss gekommen, dass das Leben allein und in Einsamkeit das Todesrisiko um etwa 30 Prozent erhöht. Wissenschaftler der Kaiser Permanente Division of Research in Oakland untersuchten nun den Zusammenhang zwischen einem fehlenden sozialen Netzwerk und dem Todesrisiko von fast 9.300 Frauen mit Brustkrebs.

In der durchschnittlichen Beobachtungszeit erlitten über 1.400 Frauen einen Krankheitsrückfall und mehr als 1.500 starben. 990 Todesfälle ereigneten sich infolge der Krebserkrankung. Die Forscher untersuchten dann, inwieweit das soziale Netzwerk in den zwei Jahren nach der Brustkrebsdiagnose das Todesrisiko beeinflusste.


Einsamkeit für Brustkrebsrückfall und Tod

Demnach erhöhte eine Vielzahl sozialer Bindungen die Überlebensrate von Frauen, die Brustkrebs zunächst überlebt hatten, statistisch signifikant. 
Sozial isolierte Patientinnen wiesen ein um 40 Prozent höheres Risiko für das Wiederauftreten der Krankheit und ein um 60 Prozent höheres Risiko auf als sozial gut integrierte Frauen, an Brustkrebs zu sterben. Zudem trugen einsame Frauen ein 70 Prozent höheres Risiko, auch infolge anderer Erkrankungen zu sterben.

Allerdings waren nicht alle Bindungen gleich wertvoll. Sich besonders positiv auswirkende soziale Beziehungen unterschieden sich zwischen Brustkrebspatientinnen in Abhängigkeit der Herkunft und des Alters. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann15.12.16Zum AnfangZurück

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