Frauen: Bluthochdruck als Demenzrisiko

Frauen, die in den Vierzigern Bluthochdruck entwickeln, tragen möglicherweise ein erhöhtes Demenzrisiko, so US-Forscher. Bei Männern ließ sich der Zusammenhang dagegen nicht ausmachen. 


Bluthochdruck kommt häufig vor

Bis zu 30 Millionen Deutsche leiden nach Angaben der Deutschen Bluthochdruckliga an Bluthochdruck (Hypertonie). Viele Betroffene ahnen nicht, dass ihr Blutdruck zu hoch ist. Langfristig schädigt der hohe Druck aber Gefäße und Organe. Hypertonie gilt als Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall. US-Wissenschaftler des Kaiser Permanente in Oakland, Kalifornien, fanden heraus, das Bluthochdruck auch mit der Entwicklung einer Demenz verbunden sein könnte – allerdings nur bei Frauen mittleren Alters.

Die Forscher hatten die Daten von mehr als 7.200 Personen des Gesundheitssystems untersucht. Bei allen Studienteilnehmern war im Alter von 33 Jahren der Blutdruck gemessen worden. Im Alter von durchschnittlich 44 Jahren unterzogen sich die Probanden einer weiteren Blutdruckmessung.

31 Prozent der Männer und 14 Prozent der Frauen in den Dreißigern wiesen einen Bluthochdruck auf. In den Vierzigern waren das 25 Prozent der Männer und 18 Prozent der Frauen.


Demenzrisiko senken: Bluthochdruck frühzeitig behandeln

30 Jahre später ließen sich mehr als 5.600 Untersuchungsteilnehmer aufspüren. Über 530 hatten eine Demenz entwickelt. Frauen, die in den Dreißigern einen Bluthochdruck hatten, wiesen gegenüber jenen mit normal hohem Blutdruck kein erhöhtes Demenzrisiko auf. War der Bluthochdruck aber in den Vierzigern aufgetreten, war das Demenzrisiko um 65 Prozent erhöht. Bei Männern ließ sich dieser Zusammenhang nicht feststellen.

Für Frauen könnte die Entwicklung eines Bluthochdrucks mit über 40 Jahren ein Demenzrisiko darstellen, so die Wissenschaftler. Geschlechtsspezifische Unterschiede zu erkennen helfe, einer Demenz zielgerichteter vorzubeugen. Eine Bluthochdruckbehandlung von Frauen mit über 40 Jahren könnte also besonders wichtig sein. Die Studie wurde im Journal "Neurology" veröffentlicht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann17.10.17Zum AnfangZurück

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