Schamgefühle hindern an Behandlung

Über Hämorrhoiden, Herpes, Verstopfung oder Inkontinenz redet kaum jemand gerne. Viele Menschen suchen sich deshalb auch keine Hilfe, wenn sie sich ihrer Gesundheitsstörung schämen, heißt es im "Deutschen Ärzteblatt", das über eine Studie des Marktforschungs- und Beratungsinstitus YouGov berichtet.


Viele Menschen sprechen Tabuthemen nicht an

Nicht jeder, der sich gesundheitlich beeinträchtigt fühlt, geht zum Arzt, in die Apotheke oder vertraut sich wenigsten anderen Personen an. Viele Gesundheitsstörungen sind schambesetzt und Betroffene behalten ihre Probleme lieber für sich. Ob Fußpilz, Impotenz, Angstzustände oder Probleme beim Urinlassen oder Stuhlgang, viele Menschen bleiben mit ihre Sorgen allein, ergab die Studie Tabuthemen im Gesundheitsbereich von YouGov. 

Schamgefühl und Hemmungen werden der Untersuchung zufolge von Werbung und Kommunikation unterstützt. Hier werde oftmals eine heile Welt dargestellt und Beschwerden nicht klar genug beim Namen genannt. Oftmals fühlten sich Menschen mit Gesundheitsproblemen deshalb gar nicht angesprochen, so die Studienautoren. Viele der Patienten flüchteten sich lieber in die anonyme Welt des Internets, um sich zu informieren oder vielleicht auch, um sich auszutauschen.


Auch Kauf von bestimmten Produkten ist oftmals schambesetzt

Nur 55 Prozent der in der Studie Befragten suchte aufgrund schambehafteter Gesundheitsstörungen einen Arzt auf. Acht Prozent wandten sich an Freunde oder Bekannte. Das Internet wurde mit 32 Prozent ähnlich häufig wie der Apotheker bemüht, um sich Informationen einzuholen.

Die Untersuchung ergab zudem, dass Menschen, die sich des Kaufs von Produkten gegen tabuisierte Gesundheitsbeschwerden schämten, ihren Gesundheitszustand auch eher als mäßig oder schlecht bewerteten. 

Das Unternehmen YouGov analysierte die Daten ihrer eigenen Datenbank. Im Verlauf des Jahres wurden 70.000 Menschen kontinuierlich befragt. Die Daten wurde mit einer im Juni durchgeführten Befragung in der Bevölkerung an mehr als 2.000 Personen kombiniert.

Quelle: Dr. Julia Hofmann24.08.17Zum AnfangZurück

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