Knoblauch gegen Harnwegsinfektion?

Immer häufiger verursachen gegen Antibiotika resistente Bakterien eine Harnwegsinfektion. Im Kampf gegen die Keime könnte Knoblauch eine wirksame Waffe sein, fanden indische Wissenschaftler heraus. Auch gegen andere Mikroorganismen könnte Knoblauch effektiv sein.

 

 

Knoblauch gegen Bakterien, Pilze und Viren wirksam

 

Harnwegsinfektionen zählen zu den am häufigsten vorkommenden Entzündungen. Nach Schätzungen erhalten weltweit jährlich über 150 Millionen Menschen die Diagnose einer Harnwegsinfektion. Mehr Frauen als Männer sind betroffen, was vor allem anatomische Ursachen hat. Immer häufiger erweisen sich Antibiotika in der Behandlung zugrunde liegender Keime als ineffektiv. Denn immer mehr Bakterien entwickeln Resistenzen gegen Antibiotika. Oftmals sind die Keime bereits gegen eine Vielzahl von Antibiotika resistent (Multiresistenz), was eine Behandlung kompliziert. Dies veranlasste indische Forscher, in der Naturmedizin nach einer möglichen Alternative zu suchen. Sie stießen auf Knoblauch.

 

Knoblauch findet traditionell in der Behandlung von Harnwegsinfektionen eine Anwendung. Es wirkt in Zubereitungen nicht nur gegen Mikroorganismen wie Bakterien, sondern auch Pilze, Protozoen und Viren sind empfindlich gegen Knoblauch. Als antimikrobiell wirksame Bestandteile in Knoblauch werden Allicin und schwefelhaltige Komponenten vermutet.

 

 

Bakterien reagieren empfindlich auf Rohextrakt aus Knoblauch

 

In einer Untersuchung von 166 Bakterienstämmen aus dem Urin von Patienten mit Harnwegsinfektionen zeigte sich, dass 56 Prozent einen hohen Grad der Antibiotikaresistenz aufwiesen. 82 Prozent dieser resistenten Bakterienstämme reagierten aber auf ein wässriges Rohextrakt aus Knoblauch empfindlich.

 

Möglicherweise könnte das zukünftig eine Behandlungsoption bei Harnwegsinfektionen mit resistenten Keimen sein, so die Forscher. Für die Anwendung beim Menschen sind aber noch viele Untersuchungen notwendig, etwa um Bioverfügbarkeit, Nebenwirkungen und Stoffwechsel im Körper genau zu bestimmen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann27.07.15Zum AnfangZurück

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