E-Zigaretten könnten Embryos schaden

E-Zigaretten werden häufig als gesundheitsfreundliche Alternative zum Rauchen betrachtet. Sie könnten aber ungeborenem Leben schaden, ergaben Untersuchungen an Tieren. Gesichtsdefekte und Störungen des embryonalen Zellwachstums zeigte sich bei Fröschen.


Zigaretten erhöhen Fehlbildungsrisiko beim Nachwuchs

Elektronische Zigaretten, kurz E-Zigaretten, entarteten in ihrem abgegebenen Dampf oftmals Nikotin in unterschiedlicher Dosierung. In den vergangenen Jahren stieg die Anzahl der Nutzer rasant an und vielfach wird die E-Zigarette auch empfohlen, um dem Rauchen zu entsagen. Auch viele schwangere Frauen wechselten zu E-Zigaretten, in der Annahme, dass dies dem Baby weniger schaden könnte. Allerdings handelt es sich bei den elektronischen Geräten um eine neue Technologie, deren Sicherheit bislang nicht sehr gut erforscht ist. Es ist also unklar, wie sich die Inhaltsstoffe des Dampfes auf den sich entwickelnden Embryo auswirken.

Studien zeigten, dass Zigaretten das Risiko von Schädel- und Gesichtsdefekten wie die Gaumenspalte erhöhen können. Ob die Chemikalien aus dem Dampf von E-Zigaretten ähnlich wirken könnten, ist unklar. Der aktuellen in "PLOS ONE" veröffentlichten Studie zufolge ist dies aber möglich.

Bestandteile des Dampfes sind neben Nikotin Glycerin, Propylenglykol, Wasser und Aromen. Bei Erhitzung können sich aus einigen Chemkalien giftige Stoffe bilden. Aus Propylonglykol kann beispielweise Acrolein, Formaldehyd und Benzin entstehen. Es wurden auch schon andere Substanzen wie Hemiforale, Glycidol, Dihydoxyaceton oder Vinylalkohol-Isomere entdeckt, die der Gesundheit schaden können. Die komplexen Flüssigkeiten (Liquids) enthalten zusätzlich viele verschiedene Aromastoffe, die selbst gefährlich sein könnten, besonders wenn sie erhitzt werden.


Verbrennung von Liquids können Embryo stark schädigen

Eine Studie an Zebrafischlarven ergab, dass die Aerosole aus E-Zigaretten zu Herzdefekten führen können. Eine Studie an sich entwickelnden Mäusen zeigte, dass reduzierte Genaktivitäten im Frontalbereich des Gehirns mit dem Dampf in Verbindung stehen. In der aktuellen Studie untersuchten die Wissenschaftler nun die Auswirkungen der Chemikalien aus dem Dampf von E-Zigaretten auf die Entwicklung des afrikanischen Krallenfrosches. Die Tiere eignen sich besonders, um auf Defekte des Schädelknochens und Gesichts hin zu untersuchen.

Die Studie sieben verschiedener Aerosole aus E-Zigaretten zeigt, dass sie zu schweren Gesichtsdefekten führen können. Dies war aber unter anderem von den verwendeten Aromen abhängig. Die Forscher fordern mehr Studien zum Thema. 




Quelle: Dr. Julia Hofmann03.11.17Zum AnfangZurück

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