Geburtssaison beeinflusst Depressionsrisiko

Depressionen von Frauen nach der Geburt eines Kindes werden offenbar von der Saison beeinflusst, in der das Kind geboren wurde. Bei Geburten in Sommer und Herbst besteht einer Studie zufolge ein erhöhtes Risiko.


"Babyblues" kann sich zur manifesten Depression auswachsen

Zu welcher Jahreszeit ein Baby zur Welt kommt, könnte das Risiko der Mutter für die Entwicklung einer Depression beeinflussen. Depressionsgefährdeter sind US-Forschern zufolge Frauen, die im Sommer und Herbst entbinden. Als weiteres Depressionsrisiko machten die Wissenschaftler vom Brigham and Women's Hospital in Boston Geburten ohne Anästhesie zur Schmerzlinderung aus. Frauen, die erst in späten Schwangerschaftswochen entbanden, wiesen der Studie zufolge ein geringeres Risiko für postpartale Depressionen auf. Ergebnisse ihrer Studie präsentierten die Forscher anlässlich eines Jahrestreffens von Anästhesiologie in Boston.

Die auch als "Babyblues" bekannte postpartale Depression kommt nach Geburten häufig vor. Unbehandelt kann sie die mentale und körperliche Gesundheit der betroffenen Frau stark beeinträchtigen. Die Erkrankung wirkt sich unter Umständen auch negativ auf die Bindung und Versorgung des Kindes aus. In schweren Fällen kann die Mutter sogar befürchten, sich selbst oder ihrem Kind etwas anzutun.

Als Risikofaktoren der postpartalen Depression haben sich Stress, Depressionen in der Vergangenheit, Frühgeburten sowie Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen erwiesen. Die Entdeckung weiterer Risikofaktoren könnte Frauen helfen, dem Entwicklungsrisiko von Depressionen nach der Geburt vorzubeugen.


Forscher: Schmerzen könnten Depressionsrisiko beeinflussen

Die Wissenschaftler hatten die Daten von mehr als 20.000 Frauen analysiert, die zwischen Juni 2015 und August 2017 entbunden hatten. 817 Frauen entwickelten nach der Geburt eine Depression.

Seltener von postpartalen Depressionen betroffen waren Frauen, die ihr Kind im Frühjahr oder Winter zur Welt brachten. Möglicherweise spielt das in diesen Jahreszeiten schlechtere Wetter eine Rolle, bei dem sich Frauen mehr zuhause aufhalten und sich mit dem Kind beschäftigen. Da auch Frauen ohne schmerzlindernde Maßnahmen bei der Geburt ein erhöhtes Depressionsrisiko aufwiesen, vermuten die Forscher, dass Schmerzen für die Entstehung von Depressionen bedeutsam sind. Zudem spekulieren sie, dass die Geburt eines gesunden, reifen Kindes vor Depressionen schützt. Auch Frauen mit einem erhöhten Body Mass Index (BMI) neigten eher zu Depressionen nach der Geburt als schlanke Frauen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann30.10.17Zum AnfangZurück

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