Darmkrebs: Ballaststoffe verbessern Prognose

Wird Darmkrebs in frühen Stadien diagnostiziert, lohnt eine Ernährungsumstellung. Patienten, die jetzt mehr Ballaststoffe zu sich nehmen, haben bessere Chancen, die Erkrankung gut zu überstehen.


Schützen Ballaststoffe auch nach der Krebsdiagnose?

Darmkrebs beginnt meist im Dickdarm oder Enddarm und stellt eine der führenden Todesursachen in der westlichen Welt dar. In Deutschland erkrankten im Jahr 2012 mehr als 28.000 Frauen und fast 35.000 Männer. Damit stellt die Krebserkrankung bei Männern die dritthäufigste und bei Frauen die zweithäufigste Krebserkrankung dar. Immer mehr Menschen mit der Krankheit können geheilt werden oder leben auch mit der Erkrankung gut. Dazu tragen Früherkennungsuntersuchungen und moderne Behandlungen bei.

Sehr viele Studien konnten bereits nachweisen, dass ein höherer Ballaststoffanteil in der Ernährung vor Darmkrebs schützen kann. Doch wie wirkt eine Ernährungsumstellung mit mehr Ballaststoffen bei Menschen, die bereits Darmkrebs entwickelt haben? Dies wollten Andrew Chan und Mitarbeiter vom Massachusetts General Hospital und der Harvard Medical School in Boston herausfinden.

Die Forscher untersuchten die Daten von 1.575 Personen, die an der großen "Nurses Health Study" und "Health Professionals Follow-up-Study" teilgenommen hatten. Diese Studienteilnehmer hatten eine Darmkrebsdiagnose der Stadien 1, 2 und 3 erhalten. In diesen Krankheitsstadien haben sich noch keine Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet und der Krebs hat sich noch nicht ausgedehnt.

Die Teilnehmer machten regelmäßig Angaben zu ihrer Ernährung, sodass sich der Anteil der Ballaststoffe berechnen ließ.


Ballaststoffe beeinflussen Verlauf von Darmkrebs

Im durchschnittlichen Nachbeobachtungszeitraum von acht Jahren nach der Diagnose starben 773 Studienteilnehmer, 174 direkt infolge der Darmkrebserkrankung. Es zeigte sich, dass Darmkrebspatienten mit einem hohen Ballaststoffanteil in ihrer Ernährung ein geringeres Todesrisiko aufwiesen als jene, die wenig Ballaststoffe zu sich nahmen.

Jeder Anstieg der Ballaststoffe um fünf Gramm pro Tag konnte Sterblichkeit aufgrund des Krebses um 22 Prozent senken. Die Gesamtsterblichkeit sank um 14 Prozent.

Den größten gesundheitlichen Nutzen besaßen Ballaststoffe aus Getreide. Ihre Studie veröffentlichten die Forscher in "JAMA Oncology".

Quelle: Dr. Julia Hofmann09.11.17Zum AnfangZurück

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