Marihuana macht Lust auf Sex

Marihuanakonsumenten könnten mehr Lust auf Sex haben als jene, die abstinent sind, finden Forscher heraus. Ob sich die Erkenntnis therapeutisch nutzen ließe, ist aber fraglich.


Mehr Lust mit Cannabiskonsum?

Der Konsum von Marihuana ist verbreitet. Viele Studien untersuchten die Auswirkungen der Droge auf mentale und kognitive Fähigkeiten. Hinsichtlich des Zusammenhangs mit der Sexualität und der Häufigkeit von Sex ist bislang aber kaum wissenschaftlich geforscht worden und es gibt widersprüchliche Befunde. Untersuchungen an Ratten ergaben, dass die Droge zu Schwankungen der sexuellen Lust führt. Neue Studien an Frauen und Männern zeigten, dass die aktiven Wirkstoffe aus Marihuana beziehungsweise Cannabis, die Endocannabinoide, zu einer gesteigerten sexuellen Erregung führen können. 

Um bessere Informationen zu erhalten, untersuchten der Urologe Michael Eisenberg und Mitarbeiter der Stanford University School of Medicine in Kalifornien Daten einer großen Studie der Centers for Disease Control and Prevention (CDC). Die "National Survey of Familiy Growth" liefert Daten zu Fruchtbarkeit, Geburten, Familienleben, Eheschließungen und Scheidungen sowie zur Gesundheit von Frauen und Männern in der Bevölkerung. Beinhaltet waren auch Fragen zu Häufigkeit von Geschlechtsverkehr und dem Konsum von Marihuana.


Studie: Marihuanakonsumenten haben mehr Sex

Die Daten von mehr als 28.000 Frauen und annähernd 23.000 Männern im durchschnittlichen Alter von knapp 30 Jahren waren seit 2002 gesammelt worden. 24,5 Prozent der Männer und 14,5 Prozent der Frauen gaben an, im vorhergehenden Jahr Matihuana konsumiert zu haben.

Die Häufigkeiten des Drogenkonsums und des Geschlechtsverkehrs hingen zusammen. Marihuanakonsumenten hatten durchschnittlich 20 Prozent mehr Sex als Personen, die die Drogen nicht nutzten. Die galt für Frauen und Männer verschiedener Herkunft, Einkommensklassen, Ausbildungen oder Religionen.

Ob es sich tatsächlich um einen ursächlichen Zusammenhang handelt, ist unklar, da es sich bei der im "Journal of Sexual Medicine" nur um die Beobachtung eines Zusammenhangs handelt. Scheinbar scheint der Drogenkonsum die sexuelle Motivation aber nicht zu stören.

Quelle: Dr. Julia Hofmann02.11.17Zum AnfangZurück

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