Koffein hilft Nierenpatienten

Menschen mit chronischer Niereninsuffizienz sollten vielleicht häufiger ein oder zwei Tassen Kaffee mehr am Tag trinken. In einer Studie wiesen Patienten mit dem höchsten Koffeinkonsum die größten Überlebensraten auf. 


Ist Kaffee bei Niereninsuffizienz gesund?

Bei einer chronischen Niereninsuffizienz verlieren die Nieren nach und nach die Fähigkeit, das Wasser zu filtern und schädliche Substanzen aus dem Körper zu entfernen und auszuscheiden. Im Endstadium der Krankheit kann eine Nierentransplantation oder Dialyse nötig werden. 

Nach Schätzungen leiden in den USA mehr als 30 Millionen Menschen unter einer chronischen Niereninsuffizienz. 2014 starben mehr als 48.000 Menschen infolge einer Niereninsuffizienz an Nierenversagen. 

Verschiedene Studien ergaben bereits, dass Koffein gesund ist und das Leben verlängern kann. Ob Patienten mit Nierenschwäche Kaffee trinken sollten und welche Menge noch als gesund gelten kann, ist unklar. Ob auch sie mit einem gesundheitlichen Nutzen rechnen können, war bislang ebenfalls ungeklärt. Portugiesische Forscher gingen der Frage nach und untersuchten die Daten von über 2.300 Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz. Diese hatten an einer nationalen Gesundheits- und Ernährungsstudie teilgenommen.

Die Studienteilnehmer hatten Angaben zu ihrem täglichen Kaffeekonsum gemacht und wurden entsprechend der konsumierten Menge des Kaffees in vier Gruppen eingeteilt. 


Koffein kann bei Nierenschwäche lebensverlängernd wirken

Verglichen mit Niereninsuffizienzpatienten, die den niedrigsten Kaffeekonsum aufwiesen, war die allgemeine Sterblichkeit jener mit dem höchsten Konsum um 24 Prozent weniger wahrscheinlich. Bereits ein mäßiger Kaffeekonsum schien lebensverlängernd zu wirken.

Die Forscher empfehlen Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz, Koffein zu sich zu nehmen. Ein oder zwei Tassen Kaffee mehr am Tag sei eine einfache und kostengünstige Methode, die lebensverlängernd wirken kann. 

Allerdings handelt es sich bei der anlässlich der "Kidney Week 2017" in Orlando vorgestellten Studie der Forscher um eine Beobachtungsstudie, die keine definitiven Aussagen über Ursache und Wirkung zulässt. Die Forscher fordern klinische Studien zum Thema.

Quelle: Dr. Julia Hofmann09.11.17Zum AnfangZurück

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