Multivitamine als Schutz vor Autismus

Die Zufuhr eines Multivitaminpräparats in der Schwangerschaft könnte helfen, Kinder vor Autismus zu bewahren. Das ergab eine aktuelle Studie im renommierten "British Medical Journal". Bereits frühere Studien ließen einen Zusammenhang zwischen der Ernährung in der Schwangerschaft und dem Autismusrisiko des Nachwuchses vermuten. 


Autismus: Verschiedene Störungen beeinträchtigen Entwicklung

Eine aktuelle Studie ergab, dass Vitamine vor der Geburt vor Autismus schützen könnten. Unter dem Oberbegriff Autismus beziehungsweise Austismusspektrumsstörung sind verschiedene Störungen zu verstehen, die die Entwicklung von Kindern beeinträchtigen. Soziale Fähigkeiten, Kommunikation und Verhalten sind gestört und manche Kinder leiden auch unter geistigen Einschränkungen, die Denken und Lernen erschweren. Wiederum andere haben vor allem in Teilbereichen eine Hochbegabung.

Nach Angaben der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) leidet eines von 68 Kindern in den USA unter Autismus. Verschiedene Studien ließen in der Vergangenheit bereits den Verdacht aufkommen, die Ernährung in der Schwangerschaft könnte das Autismusrisiko beeinflussen. 2013 ergab eine Studie, dass eine vermehrte Aufnahme von Omega-3- und Omega-6-Fetten in der Schwangerschaft das Autismusrisiko senken könnte.

Die aktuelle Studie von Wissenschaftlern der Drexel University in Philadelphia knüpft an solche Ergebnisse an. Zugrunde liegt die Untersuchung von über 273.000 Mutter-Kind-Paaren eines Bevölkerungsregisters in Schweden. Die zwischen 1996 und 2007 geborenen Kinder wurden bis 2011 beobachtet. Sie waren zu diesem Zeitpunkt vier bis 15 Jahre alt.


Multivitamine in Schwangerschaft könnten Autismusrsisiko senken

Die Mütter hatten in ihrer ersten Schwangerschaftsuntersuchung Angaben zur Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln gemacht. Die zusätzlich eingenommenen Mittel wurden in sechs Gruppen zusammengefasst: Eisen und Folsäure allein oder in Kombination, Multivitamine allein oder in Kombination mit Eisen oder Folsäure. Gesundheitsregister lieferten Daten zu den Autismusdiagnosen bei den Kindern.

Kinder von Müttern mit Multivitamineinnahme in der Schwangerschaft entwickelten weniger wahrscheinlich eine autistische Störung mit intellektuellen Einschränkungen, unabhängig davon, ob die Mutter zusätzlich Eisen oder Folsäure eingenommen hatte oder nicht. 

Die Forscher vermuten, dass die vorgeburtliche Ernährung der Mutter eine Rolle für die Entstehung von Autismus spielt. Beweisen lässt sich das anhand dieser Untersuchung aber nicht, da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, die lediglich Zusammenhänge aufzeigen kann. Hier sollten weitere Forschungsarbeiten angestellt werden.

Quelle: Dr. Julia Hofmann18.10.17Zum AnfangZurück

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