Schlafprobleme als Ursache von Asthma

Entwickeln Erwachsene Asthma, lohnt sich möglicherweise ein genauerer Blick auf die Schlafqualität. Wissenschaftler fanden heraus, dass neben den bislang bekannten Risikofaktoren auch Schlafstörungen an der Entstehung der Atemwegserkrankung beteiligt sei könnten.


Welche Schlafprobleme stellen ein Asthmarisiko dar?

Etwa 300 Millionen Menschen leiden weltweit unter Asthma. Die Krankheitshäufigkeit ist regional verschieden, doch ist allgemein eine Zunahme der Krankheitshäufigkeit zu beobachten. Bekannte Risikofaktoren der chronischen Atemwegserkrankung sind unter anderem Rauchen, Allergien, virale Infektionen, Asthma in der Familie sowie der Kontakt mit verschiedenen Stäuben und Chemikalien. Zudem steht Asthma des Erwachsenen mit Depressionen und Angst in Verbindung.

Eine norwegische Studie ergab jetzt, dass sich ein weiterer Risikofaktor hinzufügen lässt. Demnach kann chronische Schlaflosigkeit ebenfalls zur Entwicklung von Asthma beitragen. Unter Schlaflosigkeit sind Probleme beim Einschlafen, Erhalt des Schlafes und eine verminderte Schlafqualität zu verstehen. Asthmapatienten leiden oftmals unter Schlafstörungen. Die Wissenschaftler wollten nun wissen, ob umgekehrt auch Schlafstörungen zur Entwicklung einer Asthmaerkrankung führen können.

Deshalb analysierten die Wissenschaftler der University of Science and Technology in Trondheim Daten einer Gesundheitsstudie. Diese hatte das Ziel, die Gesundheit von allen Bewohnern ab 20 Jahre aus dem Bezirk Nord-Trøndelag zu erfassen. Die Forscher analysierten die Daten von annähernd 18.000 Teilnehmern im Alter zwischen 20 und 65 Jahren.


Forscher: Schlafstörungen und Schlaflosigkeit sind Asthmarisiko

Studienteilnehmer mit chronischen Schlafstörungen berichteten von Einschlafproblemen, Durchschlafstörungen und einer schlechten Schlafqualität, sodass der Schlaf nicht erholsam war. Zu Beginn und am Ende des elfjährigen Studienzeitraums gaben die Studienteilnehmer dezidiert Auskunft über Symptome von Schlafstörungen.

Menschen mit Schlafstörungen wiesen im Vergleich zu Studienteilnehmern mit ungestörtem Schlaf ein erhöhtes Asthmarisiko auf. Teilnehmer mit häufig vorkommenden Einschlafproblemen im vergangenen Monat hatten ein um 65 Prozent erhöhtes Risiko, in den folgenden elf Jahren Asthma zu entwickeln. Für jene, die annähernd jede Nacht Einschlafschwierigkeiten aufwiesen, war das Risiko gar um 108 Prozent erhöht.

Auch Studienteilnehmer, die Durchschlafstörungen aufwiesen oder unter einem Früherwachen litten, wiesen in den folgenden Jahren ein um bis zu 92 Prozent erhöhtes Risiko für die Atemwegserkrankung auf. Wer mehr als einmal pro Woche über eine schlechte Schlafqualität berichtete, entwickelte zu 94 Prozent wahrscheinlicher Asthma.

Mit chronischer Schlaflosigkeit war ein dreifach erhöhtes Asthmarisiko verbunden, heißt es im "European Respiratory Journal". 

Quelle: Dr. Julia Hofmann13.02.17Zum AnfangZurück

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