Pokémon Go bewegt, aber nur kurzzeitig

Pokémon Go fördert die körperliche Aktivität und könnte diesbezüglich einen gesundheitlichen Nutzen haben. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie. Von langer Dauer scheint der Nutzen allerdings nicht zu sein.


Schrittzähler gibt Auskunft über Laufstrecke

Pokémon Go ist seit diesem Jahr populär. Das Smartphone-Spiel führt dazu, dass junge Menschen mehr gehen. Ziel des Spiels ist es, in der erweiterten Realität Pokémon zu fangen. Unter Nutzung des GPS erlaubt das Spiel Spielern, die virtuellen Pokémonfiguren an realen Orten wie Parks oder an Bahnhöfen aufzuspüren.

Das seit Juli nutzbare Spiel führte neben Lob auch zu Kritik. Studien ließen vermuten, dass es aufgrund der Konzentration auf den Bildschirm und das Spiel während des Laufens, etwa über Straßen, häufiger zu Unfällen kommt. Aufgrund von Unkonzentriertheit sind bereits Menschen verunglückt, zum Beispiel von Klippen gestürzt.

Neben negativer Kritik – vor allem, weil während des Spiels gelaufen wird – wurde aber angenommen, dass das Spiel die körperliche Aktivität fördert. Um das zu prüfen, untersuchten US-Forscher fast 2.200 Erwachsene im Alter zwischen 18 und 35 Jahren. Alle besaßen ein iPhone 6 mit einem Schrittzähler. Die Teilnehmer luden sich das Spiel auf das Gerät. Gemessen wurden die Schritte in den zwei Monaten vor Benutzung des Spiels und in den sechs Wochen, nachdem die Studienteilnehmer begonnen hatten, Pokémon Go zu spielen.


Nach sechs Wochen ist kein Vorteil mehr messbar

Den Ergebnissen zufolge steigerte das Spiel in der ersten Woche die täglich gelaufenen Schritte um 955. Unter Berücksichtigung einer angenommenen Schrittlänge von 80 Zentimetern entspricht das einem Zugewinn von elf Gehminuten pro Tag. Das wäre immerhin die Hälfte der von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen 150 Minuten Bewegung moderater Intensität pro Woche.

Nach der ersten Woche des Spielens nahm die Gehfreudigkeit der Studienteilnehmer aber graduell ab, und nach sechs Wochen erreichten die Teilnehmer das Bewegungslevel, das sie vor dem Spielen hatten. 

Auf Dauer scheint Pokémon Go also nicht geeignet, die körperliche Aktivität zu steigern. Hier ist also doch eigene Mündigkeit in punkto Gesundheit gefragt. Die Studie erschien im "British Medical Journal".

Quelle: Dr. Julia Hofmann28.12.16Zum AnfangZurück

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