Krankenhauskeime durch Reinigungsfirmen?

Das Outsourcen der Krankenhausreinigung an private Unternehmen könnte mit der Verbreitung gefährlicher Krankenhauskeime in Verbindung stehen. Eine der Ursachen könnte sein, dass Hygienestandards zu gering sind. Mit dem Outsourcen lassen sich Kosten sparen. Das ergab eine aktuelle Untersuchung in Großbritannien.


MRSA kann zu schweren Infektionen führen

Der Methicillin-Resistente Staphylokokkus Aureus (MRSA) ist ein Bakterium, das auf eine Vielzahl von Antibiotika resistent ist. Vor allem in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen kann der Keim schwere Infektionen verursachen, die aufgrund der Antibiotikaresistenz kaum zu behandeln sind. Wundinfektionen, Lungenentzündung und Sepsis können so unbeherrschbar sein, dass Patienten daran sterben.

Es wird vermutet, dass Reinigungspersonal für das Krankenhaus aus Fremdfirmen zu der Verbreitung von MRSA beitragen, da die Hygienestandards der Firmen nicht den Anforderungen genügen. Outsourcen der Reinigung und eine Beauftragung  privater Reinigungsfirmen ist seit Längerem schon das Bestreben des National Health Service (NHS) in Großbritannien, auch um Kosten zu reduzieren. Andere Staaten Großbritanniens wie Nordirland, Schottland und Wales lehnten diese Option bislang ab.


Reinigungsfirmen: Mehr MRSA-Infektionen, Sparen an Personal

In der aktuellen Studie wurde nun geprüft, ob die Auslagerung der Reinigung in NHS-Krankenhäusern mit einem höheren Risiko von MRSA-Infektionen verbunden ist. Sie vergleichen die MRSA-Erkrankungsraten in 126 Einrichtungen in den Jahren 2002 bis 2009.

Es zeigte sich, dass das Outsourcing der Reinigung mit mehr MRSA-Infektionen verbunden war. Zudem ermittelten die Forscher, dass die Wahl von privaten Reinigungsunternehmen mit einer Einsparung von Kosten verbunden ist. Auch stand pro Krankenhausbett weniger Reinigungspersonal zu Verfügung und Patienten nahmen eine eingeschränkte Sauberkeit wahr, wenn Privatfirmen für die Reinigung beauftragt wurden. Die Studie erschien im Journal "Social Science and Medicine".

Quelle: Dr. Julia Hofmann03.01.17Zum AnfangZurück

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