Erkältet? Vorsicht mit Schmerzmitteln!

Werden bei grippeähnlichen Infekten oder Erkältungen gebräuchliche Schmerzmittel eingesetzt, könnte dies das Herzinfarktrisiko erhöhen, warnen US-Forscher Ärzte und Patienten.

Im Verdacht stehen Medikamente aus der Gruppe der nichtsteroidalen entzündungshemmenden Schmerzmittel (NSAR) wie Acetylsalicylsäure (ASS) und Ibuprofen. Sie werden oftmals eingesetzt, um Beschwerden bei akuten Atemwegsinfektionen wie Erkältungen oder grippeartigen Infektionen zu lindern.


Erkältung und Schmerzmittel erhöhen Herzinfarktrisiko

In der im "Journal of Infectious Diseases" veröffentlichten Beobachtungsstudie untersuchten Wissenschaftler Daten aus sieben Jahren von annähernd 10.000 Patienten, dass Personen mit einem Atemwegsinfekt ein mehr als dreifach erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt aufweisen, wenn sie mit einem Schmerzmittel der NSAR-Gruppe behandelt wurden. Ziel der Untersuchung war, festzustellen, ob die zwei potenziellen Herzrisikofaktoren akute Atemwegsinfektionen wie Erkältung oder Grippe und ein Einsatz von NSAR eine kombinierte Auswirkung auf das Herzinfarktrisiko haben. Bereits frühere Studien hatten ergeben, dass jeder einzelne Faktor an sich das Herzinfarktrisiko erhöht, beziehungsweise einen Herzinfarkt triggern kann.


Forscher: Bei Atemwegsinfekten keine Schmerztherapie in Eigenregie!

Ärzte, Apotheker und Patienten sollten sich bewusst sein, dass die Behandlung eines akuten Atemwegsinfekts mit NSAR ein erhöhtes Risiko birgt, so die Forscher vom National Taiwan University Hospital. Patienten sollten diese Art der Schmerztherapie deshalb nicht ohne Beratung beginnen. 

Daneben ergab die Untersuchung ein erhöhtes Herzinfarktrisiko, wenn Patienten einen akuten Infekt aufwiesen, jedoch keine Schmerzmittel einnahmen. Auch die alleinige Einnahme eines Schmerzmittels der NSAR-Gruppe ohne Atemwegsinfektion barg ein erhöhtes Herzrisiko.

Die Art der Studie ist nicht geeignet, einen kausalen Zusammenhang sicher zu belegen. Dieser scheint angesichts der vorgelegten Zahlen allerdings wahrscheinlich.

Quelle: Dr. Julia Hofmann15.02.17Zum AnfangZurück

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