Geschirrspüler als Allergierisiko?

Vorläufige Befunde einer Beobachtungsstudie lassen vermuten, dass Kinder seltener Allergien entwickeln, wenn ihre Familien das Geschirr mit der Hand abwaschen und keinen Geschirrspüler benutzen. Dies stützt die sogenannte Hygienehypothese, die besagt, dass zu viel Hygiene allergische Erkrankungen fördert. Zusätzlicher Schutz könnte die Ernährung mit frischen Nahrungsmitteln bieten. Die Ursache liegt in der Zusammensetzung der natürlich vorkommenden Bakterien im Darm.

 

 

Hygienehypothese: Zuviel Hygiene schadet

 

Zuviel Hygiene kann der Gesundheit schaden, denn das Immunsystem muss sich mit Mikroorganismen wie Bakterien auseinandersetzen, um sich zu entwickeln und zu funktionieren. Es soll lernen, harmlose Stoffe und Bakterien zu tolerieren und gefährliche abzuwehren. 

Nach der Hygienehypothese wachsen Kinder in Industriestaaten oftmals in einer überhygienischen Umgebung auf. Reinigungsmittel und fehlende Haustiere verwehren dem Immunsystem eine adäquate Auseinandersetzung mit Bakterien, um eine Immunität aufbauen zu können. Dies führt dazu, dass sich das Immunsystem auch gegen harmlose Bakterien und Stoffe wehrt, was zu Allergien, Ekzemen und Asthma führen kann.

 

 

Von Hand abwaschen und frische Nahrungsmittel als Schutz vor Allergien

 

Allergologen der Universität Gothenburg in Schweden fanden heraus, dass das Saugen von Eltern am Schnuller ihrer Babys vor Allergien schützt, weil der Speichel der Eltern die Zusammensetzung von Bakterien im Darm verändert.

In ihrer neuen Studie befragten die Forscher Eltern von über 1.000 sieben- bis achtjährigen Kindern. Die Kinder von Familien, die ihr Geschirr von Hand abwuschen, wiesen seltener allergische Erkrankungen auf als Kinder in Familien, die Geschirrspüler benutzen. Auch Ekzeme und Asthma kamen seltener vor.

 

Kinder, die vermehrt fermentierte oder frische Nahrungsmittel aßen, wiesen ebenfalls seltener Allergien auf. Am seltensten entwickelten Kinder Allergien, wenn die Familien keinen Geschirrspüler benutzten und die Kinder frische Kost zu sich nahmen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann06.03.15Zum AnfangZurück

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