Gehirnerschütterung verändert Hirn langfristig

Gehirnerschütterungen sind nicht so harmlos wie viele Menschen denken. Auch nach sechs Monaten sind Veränderungen der Hirnstruktur nachweisbar. Gehirnerschütterungen sind ernstzunehmende Verletzungen des Gehirns.


Gehirnerschütterung ereignet sich oft beim Sport

Gehirnerschütterungen sind häufig und kommen vor allem in Verbindung mit Kontaktsportarten vor. Nach einer Gehirnerschütterung sind Funktionen des Organs gestört – das macht sich in Symptomen bemerkbar. Typisch sind Denkprobleme, Kopfschmerzen oder Probleme mit dem Gleichgewicht, die nach kurzer Zeit wieder vergehen.

Immer mehr setzt sich die Erkenntnis durch, dass es sich bei Gehirnerschütterungen um schwerere Verletzungen des Gehirns handelt, die nicht binnen weniger Tage verheilen. Moderne bildgebende Untersuchungen können Veränderungen der Hirnstruktur nachweisen. Die langfristigen Folgen einer Gehirnerschütterung untersuchten US-Forscher an 17 Highschool-Studenten, die die Verletzung infolge eines Footballspiels erlitten hatten. Ergebnisse der Studie stellten die Wissenschaftler anlässlich der "Sports Concussion Conference" in Chicago vor.


Sind längerfristige Untersuchungen nötig?

Zunächst erhielten alle Sportler eine Magnetresonanzuntersuchung (MRT). Zudem wurden die Beschwerden genau erfasst. Nach sechs Tagen und sechs Monaten unterzogen sich die Studenten diesen Untersuchungen nochmals. Die Forscher konzentrierten sich dabei auf Veränderungen der weißen Hirnsubstanz.

Die weiße Hirnsubstanz spielt für die Hirnfunktion und das Lernen eine wichtige Rolle. Sie fungiert als Umschaltstation und hilft bei der Kommunikation zwischen verschiedenen Hirnarealen. Die weiße Hirnsubstanz macht 60 Prozent der gesamten Hirnsubstanz aus. 

Mittels der modernen Diffusions-Tensor-Bildgebung, einer MRT-Untersuchung, zeigten die Forscher, dass es nach einer Gehirnerschütterung zu lang andauernden Veränderungen der weißen Hirnsubstanz kommt. Die Beschwerden allerdings waren längst abgeklungen. Weitere Untersuchungen sind nötig. Ob man mit Patienten, die eine Gehirnerschütterung erleiden, anders umgehen sollte als bisher und auch noch Monate nach dem Unfall Nachuntersuchungen sinnvoll sind, ist die Frage.

Quelle: Dr. Julia Hofmann14.07.16Zum AnfangZurück

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