Geburt und Ernährung als Gesundheitsrisiko?

Die Bakterienzusammensetzung im Verdauungstrakt von sechs Wochen alten Babys hängt von der Art der Geburt sowie von der Ernährung ab. Experten vermuten langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit.

 

 

Darmflora von Geburt und Fütterung abhängig

 

Die Zusammensetzung der Darmbakterien (Darmflora) entwickelt sich im Anschluss an die Geburt und nachdem mit der Fütterung begonnen wurde. Sie wurde in Studien in Zusammenhang mit der Gesundheit im Erwachsenenalter gebracht. Auch die Art der Geburt bzw. der Geburtsmodus könnte mit der späteren Gesundheit verbunden sein.

 

Studien zeigten bereits, dass eine Geburt durch Kaiserschnitt mit einem erhöhten Risiko für Erkrankungen wie Übergewicht, Asthma, Zöliakie und Diabetes Typ 1 einhergehen könnte und Stillen diese Risiken senken könnte.

 

Wissenschaftler vermuten, dass die Bakterien, denen Kinder während einer natürlichen vaginalen Geburt ausgesetzt sind, für die Gesamtheit der besiedelnden Bakterien bei Kindern bedeutsam sind. Doch wurde bislang nur in wenigen kleinen Studien geprüft, wie Geburt und Fütterung die Darmflora und die spätere Gesundheit beeinflussen. Den Einfluss auf die Darmflora untersuchten nun Anne. G. Hoen und Mitarbeiter der Geisel School of Medicine at Dartmouth, New Hamphire, an 101 Neugeborenen. Dafür sammelten sie Daten zum Geburtsmodus und zur Fütterung von Neugeborenen. Außerdem untersuchten sie den Stuhl der Kinder auf die verschiedenen enthaltenen Bakterien.

 

 

Unterschiedliche Darmbakterien je nach Geburtsweg und Ernährung 

 

Die Kinder waren durchschnittlich nach 40 Schwangerschaftswochen geboren worden. Unter einer natürlichen vaginalen Geburt kamen 70 Kinder zur Welt, 32 wurden mit einem Kaiserschnitt entbunden. In den ersten sechs Lebenswochen erhielten 70 Kinder ausschließlich Muttermilch, 26 wurden gestillt und erhielten zusätzlich die Flasche, also eine Babyersatznahrung, und sechs Kinder waren ausschließlich per Flasche ernährt worden.

 

Zwischen der Zusammensetzung der kindlichen Darmflora und der Art der Entbindung ergab sich ein Zusammenhang. Dabei unterschied sich die bakterielle Zusammensetzung im Darm zwischen Kindern, die vaginal entbunden worden waren, von jenen mit Kaiserschnittgeburt. Der Einfluss der Geburtsmethode auf die Darmflora war vergleichbar groß bzw. größer als der der Fütterungsart. Doch auch diese hatte Auswirkungen: Ausschließlich gestillte Kinder wiesen eine andere bakterielle Zusammensetzung im Darm auf als jene, die kombiniert mit Muttermilch und Flasche oder allein mit Flaschennahrung ernährt wurden.

 

Um festzustellen, welchen Einfluss die kindliche Darmflora auf die spätere Gesundheit hat, wären Langzeituntersuchungen nötig. Die Studie wurde im Amerikanischen Ärzteblatt veröffentlicht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann19.01.16Zum AnfangZurück

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