Geburt: Erst Schmerzen, dann Depression?

Das Risiko einer Wochenbettdepression könnte durch anhaltende Schmerzen nach der Geburt erhöht werden. Wichtig für Frauen ist, dass Schmerzen wirksam bekämpft werden, so Wissenschaftler aus Singapur. 


Risikofaktoren für Depressionen nach der Geburt

Das Risiko von Wochenbettdepressionen beziehungsweise von Depressionen im der Geburt folgenden Jahr beträgt fünf bis zehn Prozent. Symptome sind emotionale Labilität, Abwenden von den Nächsten, Angst- und Schuldgefühle besonders bezüglich des Wohlergehens des Kindes und Selbstzweifel. Bekannte Risikofaktoren für die Entwicklung einer Depression nach der Geburt sind Stress, hormonelle Veränderungen nach der Geburt, finanzielle Probleme und Depressionen in der Familie.

Anhaltende Schmerzen nach der Geburt sollten laut der Forscher aus Singapur der Liste an Risikofaktoren möglicherweise hinzugefügt werden. Ihren Untersuchungsergebnissen zufolge sind besonders Frauen für Depressionen gefährdet, die länger als vier Wochen nach der Geburt unter Schmerzen leiden. Zugrunde liegt eine Untersuchung an 200 Frauen, die alle ihr erstes Kind unter Periduralanästhesie (PDA) geboren hatten. Die PDA ermöglicht eine schmerzfreie Geburt.


Studie: Fast sechs Prozent der Frauen waren depressiv

Untersuchungen der Frauen sechs bis acht Wochen nach der Geburt ergaben, dass 5,8 Prozent der Frauen vier Wochen nach der Geburt oder danach unter Depressionen litten. Frauen mit mehr als vier Wochen anhaltenden Schmerzen waren gefährdeter als jene, deren Schmerzen innerhalb der ersten vier Wochen nach der Geburt vergangen waren. Auch Frauen, die vermehrt Stress angegeben hatten, waren während der Geburt schmerzanfälliger und wiesen ein erhöhtes Depressionsrisiko auf. 

Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass anhaltende Schmerzen nach der Geburt, Stress, Angst und eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit das Risiko von Depressionen nach der Geburt erhöhen könnten. Weitere Untersuchungen sind nötig, um den Zusammenhang zu klären. Ihre Studie präsentierten die Forscher anlässlich des Weltkongresses für Anästhesisten in Hongkong.

Quelle: Dr. Julia Hofmann12.09.16Zum AnfangZurück

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