Gallensteine erhöhen Herzrisiko

Gallensteine und Gallenblasenentzündung sind keine seltenen Erkrankungen. Eine große Studienanalyse zeigt, dass Gallensteine und die Herzgesundheit enger miteinander verflochten sind als dies bislang bekannt war. Die Risikofaktoren für beide Erkrankungen sind nämlich annähernd gleich. Wie der genaue Zusammenhang jedoch ist, ist Wissenschaftlern noch nicht klar.

Gallensteine können unbemerkt bleiben

Gallensteine sind kleine, harte Ablagerungen, die sich in der Gallenblase bilden. In westlichen reicheren Ländern sind zehn bis 15 Prozent der Erwachsenen davon betroffen. Ursächlich ist vermutliche eine gestörte Bildung von dem in der Leber gebildeten Gallensaft, eine Verdauungsflüssigkeit, die in der Gallenblase konzentriert wird und von dort in den Darm gelangt. 

Gallensteine sind oftmals klein und lösen keine Beschwerden aus. Sie können aber auch auf die Größe eines Kieselsteins anwachsen und dann Gallengänge blockieren, sodass es unter anderem zu schweren kolikartigen Bauchschmerzen kommt.  

Gallensteine erhöhen das Risiko von Herzerkrankungen um ein Fünftel, so das Ergebnis einer Metaanalyse von Studien mit mehr als 840.000 Teilnehmern, von denen mehr als 50.000 unter einer Koronaren Herzkrankheit (KHK) litten. 


Forscher: Bei Gallensteinen auch das Herz checken

Der genaue Zusammenhang zwischen den Erkrankungen ist unklar. Beide Krankheiten teilen sich jedoch Risikofaktoren wie Übergewicht, Diabetes, hohen Blutdruck und hohen Cholesterinspiegel. Die Forscher empfehlen, Patienten mit Gallensteinen auch hinsichtlich des Herzens zu überwachen. Eine Prävention von Gallensteinen könnte auch dem Herz zugutekommen. 

In einer zweiten Datenanalyse von mehr als 260.000 Studienteilnehmern bestätigte sich der Zusammenhang zwischen Gallensteinen und Herzerkrankungen sowie den gemeinsamen Risikofaktoren. Aber auch das alleinige Vorhandensein von Gallensteinen erhöht das Herzrisiko, so das Ergebnis der Untersuchung, die im Journal "Arteriosclerosis, Thrombosis and Vascular Biology" erschienen ist.

Quelle: Dr. Julia Hofmann30.08.16Zum AnfangZurück

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