Frauenherzen leiden unter Schichtdienst

Rotierende Schichtarbeit mit Nachtdiensten ist nicht nur anstrengend, sie schadet auch der Gesundheit. Bei Frauen erhöht sie das Risiko Herzerkrankungen zu entwickeln. Neue Schichtkonzepte könnten die Gesundheit der Schichtarbeiterinnen schützen.


Krankenpflegerinnen im Blick der Forscher

In einer Studie sammelten Wissenschaftler des Brigham and Women's Hospital in Boston Daten von insgesamt 189.000 Krankenpflegerinnen, die mindestens über zehn Jahre im Schichtdienst arbeiteten. 10.000 der Teilnehmerinnen entwickelten im Beobachtungszeitraum von 24 Jahren eine koronare Herzkrankheit (IHK). Diesen Ergebnissen zufolge entwickeln sie das Leiden etwas häufiger als Frauen mit regelmäßigen Arbeitszeiten.
Bei der IHK handelt es sich um eine Erkrankung der Herzkranzgefäße, die dafür zuständig sind, den Herzmuskel mit Blut zu versorgen. Durch zunehmende Verkalkungen dieser Blutgefäße ist die Versorgung des Herzens nicht mehr gewährleistet. Verschließt sich eines der Gefäße vollständig, kommt es im schlimmsten Fall zu Herzinfarkt und plötzlichem Herztod. Andere bisher bekannte Risikofaktoren sind beispielsweise mangelnde Bewegung, schlechte Ernährung, Rauchen und Übergewicht. 


Risiken durch bessere Schichtpläne minimieren

Zwar ist das Risiko eine IHK zu entwickeln für Frauen im Schichtdienst nur leicht erhöht, dennoch sehen die Forscher Handlungsbedarf. Um Modelle für gesundheitsschonendere Schichtpläne entwerfen zu können, brauchen die Wissenschaftler jedoch weitere Daten. So spielen auch individuelle Charaktereigenschaften wie Biorhythmus, Umgang mit der Schichtarbeit und Schlafverhalten bei der Risikobewertung eine Rolle. Auch sind genauere Angaben über die Arbeitszeiten für qualitativ hochwertige Studien erforderlich. Beginn, Ende und Dauer der Schichten sind auch wichtige Parameter zur Einschätzung der Gesundheitsgefährdung durch rotierende Nachdienste. 

Die Ergebnisse ihrer bisherigen Untersuchungen veröffentlichte das Team um PhD Celine Vetter im "Journal of the American Medical Association". 

Quelle: Dr. Julia Hofmann06.05.16Zum AnfangZurück

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