Frauen- und Männerherzen altern anders

Die Herzen von Frauen und Männer unterliegen Alterungsprozessen. Diese sind aber verschieden, zeigt eine aktuelle Untersuchung. Die Masse des Männerherzens nimmt zu, die von Frauenherzen nicht. Die Unterschiede könnten Konsequenzen für die Behandlung schwacher Herzen (Herzinsuffizienz) haben.

 

 

Im Alter nimmt geförderte Blutmenge ab

 

Mittels der Magnetresonanztomographie untersuchten Wissenschaftler der John Hopkins University in Baltimore die langfristigen Veränderungen von Herzen bei Frauen und Männern mit zunehmendem Alter. Die Daten von annähernd 3.000 herzgesunden Erwachsenen zeigen, dass sich die Herzen geschlechtsspezifisch verändern. Insbesondere die linke Herzkammer ist demnach verschiedenen Veränderungen unterworfen. Das Blut der linken Herzkammer wird mit jedem Herzschlag in die Arterien gepumpt, um Gewebe und Organe mit sauerstoffreichem Blut zu versorgen.

 

Es zeigte sich, dass Frauen und Männer im Alter eine verkleinerte linke Herzkammer aufweisen, sodass weniger Blut ausgeworfen wird. Pro Jahrzehnt fördert das linke Herz den Ergebnissen zufolge etwa neun Milliliter weniger Blut. Die Herzleistung blieb bei beiden Geschlechtern etwa gleich, doch es zeigten sich vom Geschlecht abhängige Veränderungen des Herzmuskels.

 

 

Männer: Viel Muskelmasse, wenig Kraft?

 

Die Masse des Muskels nahm bei Männern durchschnittlich um acht Gramm zu, während die Muskelmasse des Herzens von Frauen durchschnittlich um 1,6 Gramm abnahm. Sind Männerherzen im Alter also deshalb stärker als Frauenherzen? Die Forscher beantworten die Frage mit einem klaren "Nein". Die Zunahme der Muskelmasse ist demnach nicht mit einer Zunahme von Stärke oder einer besseren Funktion gleichzusetzen. Offenbar benötigen Männer eine größere Muskelmasse, um die gleichen Mengen an Blut zu fördern, so die Wissenschaftler. Das bedeutet, dass der Herzmuskel von Frauen mit weniger Masse besser arbeitet. Über die Ursachen der Unterschiede können die Forscher nur spekulieren. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift "Radiology".

Quelle: Dr. Julia Hofmann29.10.15Zum AnfangZurück

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