Fracking: Gefahr für männliche Fruchtbarkeit?

Männer, die vorgeburtlich den beim Fracking eingesetzten Chemikalien ausgesetzt waren, sind möglicherweise als Erwachsene weniger fruchtbar. Darauf deutet eine aktuelle Studie hin, veröffentlicht im Fachjournal "Endocrinology".

 

 

Chemikalien beim Fracking verändern Hormone

 

Über mögliche gesundheitliche Auswirkungen des Frackings wird schon lange heftig diskutiert. Bei der Förderung von Gas und Öl mit der Methode werden eine Vielzahl von Chemikalien eingesetzt, die schließlich ins Abwasser gelangen. Wasser, Sand und Chemikalien gelangen beim Facking mit hohem Druck in tiefe Gesteinsschichten, um diese aufzubrechen und Gase oder Öl freizusetzen.

 

Wissenschaftler der University of Missouri in Columbia untersuchten 24 Chemikalien, die beim Fracking Verwendung finden, auf ihre Wirkung auf verschiedene Hormone wie weibliche und männliche Geschlechtshormone und Schilddrüsenhormone. Es ist bekannt, dass die Chemikalien mit dem menschlichen endokrinen System reagieren und Hormone beeinflussen. Dies kann die Entwicklung und Fortpflanzung beeinträchtigen sowie neurologische Probleme verursachen.

 

23 der untersuchten Substanzen veränderten die Funktion von Östrogenen und Androgenen (weibliche und männliche Geschlechtshormone). Auch das männliche Geschlechtshormon Testosteron war betroffen, das für die sexuelle Entwicklung und Fortpflanzungsfähigkeit eine ausschlaggebende Rolle spielt.

 

Auswirkungen hatten die Chemikalien darüber hinaus auf das Hormon Progesteron und die Steroidhormone, auch Glukokortikoide genannt. Letztere sind für den Stoffwechsel und Stressreaktionen bedeutsam. Fracking-Chemikalien wirkten auch auf die Schilddrüsenhormone.

 

 

Männer in Fracking-Gebieten besonders gefährdet?

 

16 Chemikalien, die häufig durch Fracking in Abwässern gefunden werden, testeten die Forscher nun an trächtigen Mäusen, in dem sie dem Trinkwasser der Tier beigemischt wurden. Der Nachwuchs der Tiere wie zum Zeitpunkt der Geschlechtsreife eine geringere Anzahl von Spermien auf als Tiere, die den Chemikalien vorgeburtlich nicht ausgesetzt waren. Zudem waren ihre Testosteronwerte erhöht und die Hoden vergrößert.

 

Tiere, die den höchsten Konzentrationen der Chemikalien ausgesetzt waren, wiesen zudem ein höheres Gewicht und strukturelle Herzveränderungen auf.

 

Die Forscher sehen die Ergebnisse als gesicherten Hinweis auf negative Auswirkungen der beim Fracking verwendeten Chemikalien auf die sexuelle Entwicklung und Störungen der Fruchtbarkeit von Männern. Besonders betroffen könnten Männer sein, die in Gegenden mit intensiver Gas- und Ölförderung durch Fracking leben. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann26.10.15Zum AnfangZurück

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