Fortpflanzung als Chance auf langes Leben

Verschiedene Fortpflanzungsfaktoren erhöhen offenbar die Chance auf ein gesundes und langes Leben von Frauen. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle britische Untersuchung. Denn Ereignisse wie Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit führen zu tiefgreifenden physiologischen und endrokrinen Veränderungen.

 

 

Krankheit und Tod duch Fortpfanzung beeinflusst

 

Untersuchungen zum Einfluss von Fortpflanzungsfaktoren und dem damit verbundenen Todesrisiko sowie dem Auftreten verschiedener Erkrankungen gibt es bereits einige, doch eine zusammenfassende Betrachtung gibt es kaum. Wie wirken sich einzelne Faktoren der Fortpflanzung auf die Gesundheit und die Lebenslänge von Frauen aus?

 

Melissa Merritt vom Imperial College London in Großbritannien analysierte mit ihren Mitarbeitern zu diesem Zweck die Daten von über 322.000 Frauen aus zehn Ländern, die an der großen "European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC)"-Studie teilgenommen hatten. Dabei handelt es sich um eine große auf einen langen Zeitraum angelegte Beobachtungsstudie. Jede Frau war durchschnittlich fast 13 Jahre lang begleitet worden.

 

Frauen, die Kinder hatten, wiesen ein geringeres Todesrisiko auf, insbesondere, wenn sie die Kinder im Alter zwischen 26 und 30 Jahren bekommen hatten. Für Frauen, die bei der Geburt ihrer Kinder jünger oder älter waren, war der Vorteil nicht mehr so groß.

 

Auch Frauen, die stillten, waren bezüglich des Todesrisikos im Vorteil. Positive Auswirkungen hatten auch ein Menstruationsbeginn mit 15 Jahren oder später im Vergleich zu einem frühen Beginn der Geschlechtsreife etwa mit zwölf Jahren.

 

Daneben erwies sich die Einnahme der Pille als vorteilhaft, vorausgesetzt, die Frauen hatten nicht geraucht oder waren ehemalige Raucherinnen.

 

 

Frauen mit Kindern entwickeln seltener Krebs

 

Auch das Krankheitsrisiko zeigte sich von reproduktiven Faktoren beeinflusst. So wiesen Frauen, die geboren hatten, ein geringeres Krebsrisiko auf. Frauen, die zwei oder drei Kinder hatten, waren im Vorteil.

 

Das Risiko für Herzgefäßerkrankungen war gleich durch mehrere Faktoren beeinflusst. Geburten, Stillen und ein Menstruationsbeginn ab 15 Jahren waren hier mit einem geringeren Krankheitsrisiko verbunden.

 

Die Forscher schließen aus den Ergebnissen, dass Fortpflanzungsfaktoren einen wichtigen Einfluss auf das Krankheitsrisiko und die Langzeitgesundheit und damit das Todesrisiko von Frauen haben. Ergebnisse der Untersuchung wurden im Journal "BMC Medicine" veröffentlicht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann06.11.15Zum AnfangZurück

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