Finanzielle Not macht geistig arm

Macht Geld glücklich? Diese Frage ist schwer zu beantworten. Armut jedoch lässt geistig altern – das ergab eine aktuelle US-Untersuchung. Demzufolge könnte Geld also gesund erhalten. Und Gesundheit bedeutet für viele auch die höchste Form des Glücks.


Was macht Armut mit dem Geist Jüngerer?

In den USA haben immer mehr Menschen mit Armut zu kämpfen. 2015 waren fast 20 Prozent der Kinder von Armut betroffen. Studien konnten bereits zeigen, dass Armut in Kindheit, Jugend und bei Erwachsenen mit einem geistigen Abbau im späteren Leben verbunden ist. Die meisten Studien legten ihren Fokus aber auf ältere Menschen. Wie es mit den geistigen Fähigkeiten jüngerer Menschen aussieht, die arm sind, ist unklar.

Epidemiologen der University of Miami untersuchten die Auswirkungen eines geringen sozioökomischen Status auf die kognitiven Fähigkeiten jüngerer Menschen. Dafür nutzten sie die Daten einer in die Zukunft gerichteten Herzkreislaufstudie, der "Coronary Artery Risk Development in Young Adults-Study" (CARDIA). Die Daten von 3.400 Frauen und Männern, die zu Studienbeginn 1985 18 bis 30 Jahre alt waren. Sechs Erhebungen zum Einkommen bis zum Jahr 2010 und Tests der kognitiven Funktion zeigten nach der Analyse ein klares Muster.


Armut: Besonders leidet die Sprachverarbeitung

Der Zusammenhang zwischen der Zeit, die Teilnehmer in Armut verbrachten, war eng und gestuft mit einem Abfall der geistigen Fähigkeiten verbunden. Dies zeigten alle drei der verschiedenen Tests zur Untersuchung der kognitiven Funktion. Besonders beeinträchtigt jedoch war die Sprachverarbeitung. Faktoren wie Geschlecht, Abstammung, Familienstand, Rauchen und Cholesterinwerte im Blut nahmen keinen Einfluss auf den gefundenen Zusammenhang. Laut Wissenschaftler trägt Armut zum Abbau geistiger Fähigkeiten bei. 

Die Befunde bei den recht jungen Teilnehmern geben zu denken, auch im Hinblick auf die zunehmenden Diagnosen einer Demenz bei meist Älteren. Interessant und wichtig zu untersuchen ist auch, wie das Einkommen und andere soziale und ökonomische Parameter die Gesundheit beeinflussen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann05.10.16Zum AnfangZurück

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