Fett ist nicht gleich Fett

Fett zwischen den Eingeweiden (Viszeralfett) gefährdet die Gesundheit mehr als Fett in anderen Körperregionen. Forscher fanden nun Anhaltspunkte, warum das so ist.


Viszeralfett erhöht Risiko für Stoffwechselstörungen

Lagert sich viel Fett in der Bauchhöhle um die Organe an, erhöht sich bekanntermaßen das Risiko stoffwechselkrank zu werden. Ein hoher Anteil von Viszeralfett am Gesamtkörperfett steht in Zusammenhang mit der Entwicklung von Insulinresistenz und Entzündungen. Das verkürzt auch bei eigentlich normalgewichtigen Männern und Frauen die Lebenserwartung.

Unterhautfett hingegen birgt diese Risiken nicht. Forscher schreiben dem isolierenden Fettgewebe unter der Haut mittlerweile sogar einige Schutzeigenschaften zu. So hat es rund um die Hüften entzündungshemmende Eigenschaften und kann Gefäßverkalkungen entgegenwirken. 


Unterschiede in verschiedenen Fettzellen

In früheren Untersuchungen mit übergewichtigen Studienteilnehmern konnte ein Team um Chong Wee Liew des UIC College of Medicine nachweisen, dass Viszeralfett anders als Unterhautfett ein Eiweiß namens TRIP-Br2 enthält. Daraufhin schalteten sie mit gentechnischen Verfahren in Mäusen die Fähigkeit ab, TRIP-Br2 zu produzieren. Die so veränderten Mäuse erhielten eine sehr kalorien- und fettreiche Diät. Anders als Mäuse mit der Fähigkeit TRIP-Br2 zu bilden, stieg das Körpergewicht der Versuchsmäuse trotz der Überfütterung kaum und sie entwickelten keine Stoffwechselerkrankungen. Diesen Effekt begründen die Forscher damit, dass TRIP-Br2 den Fettabbau im Körper blockiert. Fehlt das Eiweiß, findet eine gesteigerte Fettverbrennung statt.

In einer neueren Studie widmete sich Liew nun der Frage, wieso nur Viszeralfett das Stoffwechselkrankheiten begünstigende Eiweiß enthält. Sein Team fand das Vermittlereiweiß GATA 3 im endoplasmatischen Retikulum von viszeralen Fettzellen, das die Freisetzung von TRIP-Br2 aktiviert. Zur Ausschüttung kommt es, wenn das Viszeralfett mit Nährstoffen aus kalorienreichen Mahlzeiten übersättigt wird. 
Liew ist der Ansicht, dass diese neuen Erkenntnisse zukunftsweisend für die Behandlung von Übergewicht und seinen Folgeerkrankungen sein könnten.  

Quelle: Dr. Julia Hofmann05.05.16Zum AnfangZurück

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