Faulheit lässt Gehirn schrumpfen

Zwischen körperlicher Fitness und Gehirngröße in mittleren Lebensjahren besteht ein Zusammenhang, ergab eine US-Studie. Demnach kommt es langfristig zu einer Schrumpfung der Gehirnmasse von bis zu 20 Prozent, wenn Betroffene lange Zeit inaktiv waren.


Forscher verwenden Daten aus großer Studie


Die positiven physiologischen Auswirkungen von Sport und Bewegung sind wahrscheinlich fast allen Menschen bekannt. Einer Vielzahl von Erkrankungen lässt sich durch körperliche Fitness vorbeugen, darunter Herzerkrankungen, hoher Blutdruck, Schlaganfall, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Übergewicht. Darüber hinaus bleiben die Blutfettwerte mit höherer Wahrscheinlichkeit in einem gesunden Rahmen, der Schlaf ist besser und selbst in Bezug auf Krebserkrankungen ist eine vorbeugende Wirkung belegt.

In eine ganz andere Richtung geht eine in der Fachzeitschrift "Neurology" veröffentlichte Studie. Sie zeigt, dass Sport und Bewegung helfen, die Größe des Gehirns im Alter zu bewahren.

Zugrunde liegt die Auswertung von Daten der großen Framingham Heart Study. Fast. 1.600 Teilnehmer im durchschnittlichen Alter von 40 Jahren ohne Demenz- oder Herzerkrankung nahmen an einer Fitnessuntersuchung am Laufband teil. 20 Jahre später nahmen die Studienteilnehmer erneut an einer Fitnessprüfung teil und unterzogen sich zusätzlich einer bildgebenden Untersuchung des Gehirns mithilfe der Magnetresonanztomographie.


Korrelation zwischen Fitness und späterer Hirngröße


Mit jeder Abnahme der Fitnessleistung um acht Einheiten im Test sank das Hirnvolumen entsprechend zweier zusätzlicher Jahre der Alterung. Wurden Teilnehmer mit der Einnahme von Betablockern und jene mit Herzerkrankungen nicht in die Auswertung einbezogen, zeigte sich ein ähnlicher Zusammenhang und die Hirngröße entsprach einer um ein Jahr vorzeitigen Alterung.

Zwischen mangelnder Fitness und einer Abnahme des Hirnvolumens Jahrzehnte später zeigte sich eine direkte Korrelation. Ob tatsächlich ein ursächlicher Zusammenhang besteht, lässt sich aber aufgrund des Studiendesigns nicht belegen. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, die keine Ursache-Wirkungsbelege erbringen kann. Um einen ursächlichen Zusammenhang zu beweisen, sind weitere Studien nötig. Erklärbar wäre eine ursächliche Wirkung aber schon: Mit Sport und Bewegung steigt die Durchblutung an und die Sauerstoffversorgung des Gehirns nimmt zu. Dies könnte kurzfristig die Neuroplastizität des Gehirns verbessern. Die Neuroplastizität des Gehirns beschreibt die Fähigkeit zu strukturellen und funktionellen Veränderungen im Gehirn, die eine Anpassung an Erfordernisse erlaubt und für Lernprozesse wichtig ist.

Quelle: Dr. Julia Hofmann17.02.16Zum AnfangZurück

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