Essen: Ersatzstoff für Bisphenol A schädlich

Bisphenol A in Lebensmittelverpackungen gilt als gesundheitsschädlich. Ein angeblich ungefährlicherer Ersatzstoff, Bisphenol S, schneidet laut einer aktuellen Studie auch nicht viel besser ab


Zusammenhang zwischen BPA und verschiedenen Gesundheitsstörungen 

Bisphenol S (BPS) soll in Verpackungen von Lebensmitteln Bisphenol A ersetzen, (BPA) denn die Gesundheitsschädlichkeit von BPA ist erwiesen. Es verändert das endokrine System, zu dem auch das Hormonsystem gehört. Viele Verbraucher achten deshalb darauf, Lebensmittel mit BPA-freien Verpackungsmaterial zu kaufen.

Eine im Journal "Endocrinology" veröffentlichte Studie ergab nun, dass BPS beim Menschen ebenfalls zu einer gesteigerten Formation von Fettzellen führt, was vermuten lässt, dass die Chemikalie auch auf das endokrine System des Menschen wirkt.

In BPS ist ein Polycarbonat, das seit den 60er Jahren in durchsichtigem Verpackungsmaterial für Lebensmittel und Getränke eingesetzt wird. Auch als Auskleidung von Metallgegenständen etwa in Konservendosen wird es benutzt. Die wichtigste Quelle der täglichen Exposition sind Nahrungsmittel und Getränke. Eine Untersuchung aus 2014 zeigt, dass BPA in Dosen und Plastikflaschen den Blutdruck erhöhen kann. Eine andere Studie stellte einen Zusammenhang zur weiblichen Unfruchtbarkeit her. Mehrere Studien wiesen einen Einfluss auf das endokrine System nach, was zu hormonellen Störungen führt.



BPS und BPA wirken wahrscheinlich ähnlich

Der Ersatz von BPA durch BPS von einigen Herstellern lässt sich häufig an der Aufschrift "BPA-frei" erkennen. Doch hier mehren sich die Zweifel an einer fehlenden Gesundheitsgefährdung. Unlängst ergab eine Studie, das BPS die embryonale Entwicklung beschleunigt und die Fortpflanzung beeinträchtigt.

In der aktuellen Studie zu BPS mit freiwilligen weiblichen Teilnehmern zeigte sich nun, dass die Substanz in allen verwendeten Konzentrationen die Bildung von Fettzellen fördert. Damit scheint die Wirkung von BPS ähnlich der von BPA zu sein.

Quelle: Dr. Julia Hofmann04.04.16Zum AnfangZurück

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