Sodbrennen, Reflux? Mediterrane Ernährung hilft

Sodbrennen und Magenprobleme kennen viele Menschen und sie nehmen deshalb oftmals Medikamente ein, um die Magensäure im Magen zu drosseln. Medikamente lassen sich aber sparen, wenn auf eine Ernährungsumstellung gesetzt wird, ergab eine Untersuchung.


Mediterrane Ernährung belastet Verdauung weniger

Bei der sogenannten Refluxkrankheit gelangt Magensaft in die Speiseröhre und macht sich oftmals durch brennende Schmerzen bemerkbar. Wiederkehrendes Sodbrennen ist nicht harmlos und kann zu Komplikationen wie Blutungen oder Schleimhautveränderungen der Speiseröhre führen. Traditionell zum Einsatz kommende Medikamente dienen der Reduktion von Magensäure, es handelt sich um Protonen-Pumpen-Inhibitoren (PPI).

Eine Ernährungsumstellung wirkt allerdings mindestens genauso gut oder ist sogar an erster Stelle anzuraten. Das zeigt eine aktuelle Studie im Journal "JAMA Otolaryngology Head Neck Surgery". Patienten, die sich zu 90 Prozent mit Getreide, Obst und Gemüse entsprechend einer mediterranen Ernährungsweise und zusätzlich alkalischem Wasser ernährten, konnten ihre Beschwerden mindestens gleich gut oder fast besser reduzieren als Personen, die PPI einnahmen.

Eine mediterrane Ernährung enthält viel Gemüse und Obst, Korn und Nüsse sowie pflanzliche Fette. Statt Fleisch kommen mehr Schalentiere und Fisch auf den Tisch. Öke enthalten mehr ungesättigte Fettsäuren. Die Forscher empfehlen neben einer Ernährungsumstellung auch den Verzicht auf Kaffee und Tee, Schokolade, Kohlensäure, gegrillte und frittierte Nahrungsmittel, stark gewürzte und fettige Nahrungsmittel sowie Alkohol. 


Forscher: Säureblocker nicht oder nur kurzfristig einnehmen

Günstiger Nebeneffekt der Ernährungsumstellung: Viele Menschen verlieren ganz nebenbei an Gewicht und Medikamente gegen die Beschwerden lassen sich reduzieren oder sogar absetzen. Auch hoher Blutdruck oder zu hohe Blutfette lassen sich mit der gesunden Ernährung positiv beeinflussen. 

Die Forscher empfehlen eine Ernährungsumstellung als erste Maßnahme bei Beschwerden. Medikamente sollten bei starken Beschwerden nur kurzfristig eingenommen werden. PPI haben auch Nebenwirkungen – wie etwa ein erhöhtes Osteoporose und Knochenbruchrisiko, einen Vitamin B-12-Mangel und möglicherweise Nierenschäden, wenn sie langfristig eingenommen werden. PPI sind sehr häufig verschriebene und eingenommene Medikamente.

Quelle: Dr. Julia Hofmann20.09.17Zum AnfangZurück

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