Künstliche Süßstoffe gelangen ins Blut

Künstliche Süßstoffe in Nahrungsmitteln und Getränken sind beliebt, um keinen Zucker zu sich nehmen und kein Gewicht zuzulegen. Doch welche Menge dieser Stoffe gelangen ins Blut und welche Konsequenzen kann das haben?


Süßstoffe sind zum Abnehmen nicht geeignet

Eine Dose Diätcola oder ein anderes Süßgetränk mit künstlichem Zuckerersatz kann zu unterschiedlich hohen Mengen des Süßstoffes im Blut führen, ergab eine Studie in "Toxicological & Environmental Chemistry". Die in der Studie untersuchten Süßstoffe waren Sucralose und Acesulfam-Kalium, die häufig in Nahrungsmitteln und Getränken Anwendung finden. Diese künstlichen Zuckerersatzstoffe, aber auch Saccharin und Aspartam werden schon länger diskutiert, da sie keine nur süß schmeckenden Stoffe, sondern inaktive Chemikalien sind, die den Stoffwechsel beeinflussen können.

Auch wenn die in Lebensmitteln eingesetzten künstlichen Zuckerersatzstoffe zugelassen sind und eigentlich keine Sicherheitsbedenken bestehen sollten, bleiben Zweifel, vor allem an den langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen. Die Lebensmittelindustrie deckt weltweit einen steigenden Bedarf von Konsumenten, die weniger Zucker zu sich nehmen wollen. Viele Menschen denken, sie nähmen bei Verwendung von Zuckerersatzstoffen Gewicht ab, denn damit gesüßte Lebensmittel enthalten weniger Kalorien. Paradoxerweise kann aber das Gegenteil der Fall sein.


Kinder haben Vorlieben für süßen Geschmack

Wissenschaftler maßen nun bei 22 Erwachsenen und elf Kindern, welche Konzentrationen der untersuchten Süßstoffe ins Blut gelangen. Es zeigte sich, dass Kinder im Vergleich zu Erwachsenen eine doppelt so hohe Konzentrationen von Sucralose im Blut aufwiesen, wenn sie eine Diätcola getrunken hatten. Die Wissenschaftler hatten auch schon herausgefunden, dass der Süßstoff in die Muttermilch gelangt, wenn die Mutter diesen zu sich nimmt. Da Kinder weniger große Mengen an Substanzen über die Nieren ausscheiden können, ist davon auszugehen, dass die Konzentrationen von Süßstoffen im Blut bei ihnen ungleich höher ausfallen als bei Erwachsenen, so die Forscher.

Dies sei insbesondere vor dem Hintergrund bedeutsam, dass der frühe Kontakt mit künstlichen Süßstoffen die Geschmacksvorlieben und damit die Ernährung und den Stoffwechsel von Kindern beeinflusst. Da Kinder allgemein süße Geschmacksrichtungen bevorzugen, sind sie für die intensive Süße künstlicher Zuckerersatzstoffe besonders empfänglich und gefährdet.

Quelle: Dr. Julia Hofmann08.11.16Zum AnfangZurück

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