Ernährung: Fette fördern Krebsausbreitung

Eine fettreiche Ernährung könnte die Ausbreitung von Krebszellen im Körper fördern. Krebszellen von Metastasen besitzen offenbar ein Protein, das für die Ausbreitung des Krebses und die Aufnahme von Fettsäuren verantwortlich ist. Forscher finden in Tierversuchen Belege für einen direkten Zusammenhang zwischen einer fettreichen Ernährung und der Ausbreitung von Krebs.


Zellen von Metastasen weisen bestimmtes Protein auf

Krebserkrankungen sind meist fortgeschritten und damit gefährlicher, wenn sich in anderen Bereichen des Körpers Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet haben. Eine erfolgreiche Behandlung ist zu diesem Zeitpunkt schwierig. Wissenschaftler forschen deshalb an den Ursachen der Metastasierung und damit an Wegen, diese zu verhindern.

Britische und spanische Wissenschaftler entdeckten, dass das Protein CD36 auf Zellmembranen von Metastasenzellen bei Krebserkrankungen von Mund, Haut, Eierstöcken, Blase, Lunge und Brustkrebs zu finden ist. Dieses Protein scheint für die Ausbreitung von Krebszellen eine wesentliche Rolle zu spielen. Um dies nachzuweisen, fügten sie das Protein nichtmetastatischen Krebszellen zu, was diese zur Metastasierung veranlasste. Das Protein ist demnach ein Merkmal von sich ausbreitenden Krebszellen.


Fettreiche Ernährung fördert Metastasierung

Die Forscher wollten anschließend wissen, wie sich die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren auf das Krebswachstum auswirkt. Sie fütterten dazu Mäuse fettreich und lösten eine Form des Mundkrebses aus. Durch die fettreiche Ernährung entwickelten 50 Prozent mehr Mäuse größere und zahlreichere Metastasen. Zudem belegten die Wissenschaftler schädliche Auswirkungen von Palmitinsäure. Dieses Fett findet in einer Vielzahl von Produkten wie Palmöl, Erdnussbutter oder verarbeiteten Lebensmittel Verwendung.

Zwischen der Fettaufnahme durch die Nahrung und der Krebsausbreitung durch metastatische Krebszellen scheint den Forschern zufolge eine direkte Verbindung zu bestehen. Ihre Studie veröffentlichten sie im Journal "Nature".

Quelle: Dr. Julia Hofmann12.12.16Zum AnfangZurück

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