Erkältung: Antibiotika meist wirkungslos

Wer erkältet ist und zum Arzt geht, erhält nicht selten früher oder später ein Antibiotikum. Das ist aber meist wirkungslos, denn die Medikamente wirken nicht gegen Viren, die für Erkältungen verantwortlich sind. Der zu häufige Einsatz von Antibiotika fördert aber die Entstehung gefährlicher multiresistenter Keime, gegen die dann nur noch wenige Antibiotika wirken, so die Techniker Krankenkasse.

 

 

Resistente Bakterien durch Antibiotikaeinsatz

 

Patienten erhalten bei Erkältungen zu häufig Antibiotika, die sich gegen bakterielle Infektionen richten. Erkältungen werden aber fast immer von Viren ausgelöst, gegen die Antibiotika nicht helfen. Der häufige Einsatz der Antibiotika leistet aber der Entwicklung resistenter Bakterien Vorschub. In der Folge kommt es zu Infektionen mit Keimen, die sich nur schwer behandeln lassen, weil viele Antibiotika nicht mehr wirken.

 

Daten der Techniker Krankenkassen aus dem Jahr 2014 zeigen, dass zu viele Patienten bereits bei einer kurzen Krankheitsdauer von ein bis drei Tagen mit Antibiotika behandelt werden. Mit steigender Krankheitsdauer steigt die Anzahl der Verordnungen an und bei einer Krankheitsdauer von 15 Tagen erhalten bereits über 25 Prozent der Betroffenen ein Antibiotikum.

 

 

Hohe Verordnungszahlen senken

 

Offenbar ist der Druck, dem sich Ärzte ausgesetzt fühlen, oftmals so groß, dass sie zum Rezeptblock greifen. Besonders bei erkrankten Kindern ist der Druck hoch. Doch müssen viele Erkältungen meist einfach ausgestanden werden, so Tim Steinle des Fachbereichs Arzneimittel der Techniker Krankenkasse.

 

In der Häufigkeit der Verschreibungen von Antibiotika gibt es zwischen den Bundesländern allerdings große Unterschiede. Spitzenreiter in Sachen Antibiotikaverschreibungen sind das Saarland und Nordrhein-Westfalen, während in Sachsen weniger Antibiotika verordnet werden. Gefordert wären hier vor allem die Kassenärztlichen Vereinigungen, die Krankenkassen und Ärzte, gegen zu hohe Verordnungszahlen Maßnahmen zu ergreifen, so die Techniker Krankenkasse.

Quelle: Dr. Julia Hofmann16.07.15Zum AnfangZurück

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