Erdnussallergie: Babys sollten früh Kontakt haben

Aufgrund einer erhöhten Allergieneigung besteht oftmals die Empfehlung, Babys hypoallergen zu ernähren. Für Erdnüsse jedoch trifft diese Empfehlung nicht zu, fanden britische Wissenschaftler heraus. Babys sollten sogar mit dem Verzehr verarbeiteter Erdnüsse beginnen, sobald sie feste Nahrung zu sich nehmen können. Geeignet sind beispielsweise Erdnussflips.

 

 

Untersuchung an allergiegefährdeten Kindern

 

Eine Erdnussallergie ist gefürchtet, denn bereits geringe Mengen der Erdnuss können zu lebensgefährlichen allergischen Reaktionen führen. Lange ging man davon aus, dass man Babys am besten davor schützt, indem man ihnen einfach keine Erdnüsse bzw. erdnusshaltigen Lebensmittel zu essen gibt. Forscher des King's College London kamen nun zu einem gegenteiligen Schluss.

 

Wie im renommierten "New England Journal of Medicine" berichtet, kann die Anzahl der Kinder, die eine Erdnussallergie entwickeln, drastisch reduziert werden, wenn die Kinder schon früh Kontakt zu den potentiell allergieauslösenden Erdnüssen haben. Das hatten die Forscher an 640 Kindern, die zwischen vier und elf Monaten alt waren, herausgefunden. Alle Kinder wiesen ein erhöhtes Risiko für Allergien auf und litten bereits unter Neurodermitis oder einer Eiweißallergie.

 

 

Meiden von Erdnüssen steigert Allergierisiko

 

Bis zum Alter von fünf Jahren hatte die eine Hälfte der Kinder dreimal pro Woche Nahrungsmittel mit Erdnüssen erhalten, die andere Hälfte sollte erdnussfrei ernährt werden. Im Alter von fünf Jahren hatten weniger als ein Prozent der erdnussernährten Kinder eine Erdnussallergie, während es in der Gruppe der erdnussfrei ernährten Kinder 17,5 Prozent waren.

 

Der beobachtete Anstieg von Erdnussallergien ist laut Wissenschaftlern teilweise auf eine Ernährung zurückzuführen, die auf das Vermeiden von Erdnüssen ausgelegt ist. Die Forscher empfehlen eine frühe Gabe von Erdnüssen. Bei bekanntem erhöhten Allergierisiko von Kindern, etwa wenn sie bereits unter Neurodermitis leiden, empfehlen die Forscher vor Beginn einer Fütterung einen Hautallergietest. Zeigen sich hier keine Reaktionen auf Erdnüsse, kann das Zufüttern von Produkten wie Erdnussbutter oder Erdnussflips beginnen. Bei Kindern, die reagieren, sollten die Kinder unter ärztlicher Kontrolle langsam an Erdnüsse gewöhnt werden.

Quelle: Dr. Julia Hofmann10.03.15Zum AnfangZurück

Quellenangabe für Zitate

Inhalte dieser Webseite dürfen für kommerzielle und nichtkommerzielle Zwecke ohne Rückfragen auszugsweise zitiert werden. Bedingung dafür ist die Einrichtung des folgenden Links als Quelle des Zitates: