Epilepsiemedikament bei MS wirksam

Ein Medikament, das bei Epilepsie eingesetzt wird, könnte auch Patienten mit Multiple Sklerose (MS) helfen. Die bei diesen Patienten häufig vorkommende Sehnerventzündung kann zu Langzeitschäden führen, die das Medikament Phenytoin begrenzt. Die Forscher sehen in der Therapie eine hoffnungsvolle Behandlungsalternative, wenn sich der Sehnerv entzündet hat.

 

 

Sehnerventzündung kann zu Erblindung führen

 

Die Multiple Sklerose ist eine chronische entzündliche neurologische Erkrankung, bei der das eigene Immunsystem den Schutzmantel von Nervenzellen angreift und so zu Entzündungen und Schäden an Nerven des zentralen Nervensystems führt. Bei Patienten mit MS kommt es häufig zu Sehnerventzündungen, wobei sich der Sehnerv nicht immer vollständig erholt. Patienten leiden dann unter Sehstörungen und einer eingeschränkten Sehfähigkeit, die bis zur Erblindung gehen kann. Manche Patienten erleben mehrere Krankheitsschübe, bei denen sich der Sehnerv wiederholt entzündet. Es können bei verschiedenen Krankheitsschüben beide Augen betroffen sein.

 

Bislang erhalten diese Patienten eine antientzündliche Behandlung mit hochdosierten Kortisongaben. Diese sollen den Entzündungsprozess stoppen und die Zeit des Krankheitsschubes abkürzen. Ob ein langfristiger Sehkraftverlust aufgrund der Krankheitsschübe verhindert werden kann, ist fraglich.

 

 

Antiepileptikum verringert Augenschäden

 

Das Medikament Phenytoin ist eine Antiepileptikum, das helfen soll, epileptische Anfälle zu verhindern bzw. zu kontrollieren, indem es Impulse im Gehirn verlangsamt, die für die Anfälle bei Epileptikern verantwortlich sind.

 

In der anlässlich der Jahrestagung der American Academy oft Neurology vorgestellten Studie erhielten 86 MS-Patienten mit akuter Sehnerventzündung per Zufall das Medikament Phenytoin oder ein Scheinmedikament. Untersuchungen mit der Tomographie und Sehstests zeigten deutlich geringere Schäden bei Patienten, die das Antiepileptikum erhalten hatten. Auch erholte sich die Sehkraft eher nach der Behandlung mit dem Medikament.

Quelle: Dr. Julia Hofmann05.05.15Zum AnfangZurück

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