Enzym hebt Zuckerwirkung auf

Ernährungsexperten und Mediziner empfehlen, den Zuckerkonsum der Gesundheit zuliebe einzuschränken. Forscher berichten nun von einem Enzym, das die schädlichen Auswirkungen von Zucker aufheben könnte. Bedeutet das möglicherweise für die Zukunft einen ungetrübten Genuss von Cola und Co und süßen Leckereien? Wahrscheinlich nicht, aber möglicherweise profitieren eines Tages Patienten mit Gewichtsproblemen und der Zuckerkrankheit von der Entdeckung.

 

 

Zu viel Zucker führt zu Gewichtsproblemen und Stoffwechselstörungen

 

Das Enzym mit dem Namen Glycerol-3-Phosphat-Phosphatase (G3PP) kann Zellen von exzessiv viel Zucker befreien, was die schädliche Wirkung hoher Zuckerwerte aufheben könnte, berichten Forscher der University of Montreal, Kanada. Sie hoffen, damit einer neuen Behandlungsmöglichkeit für Übergewicht und die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 2) auf die Spur gekommen zu sein.

 

Zucker und Fettsäuren sind elementar wichtige Nährstoffe. Sie sind für viele physiologischen Prozesse, u. a. der Zuckerproduktion in der Leber, der Abgabe des Hormons Insulin in der Bauchspeicheldrüse sowie der Speicherung von Fett im Fettgewebe bedeutsam. Dennoch kann zu viel des Guten den Körper schädigen. Beeinflusst sind z. B. die Insulinabgabe und -wirkung, sodass Übergewicht und Diabetes entstehen können.

 

 

Wirkstoff erst in Tierstudien erproben

 

Doch wie wirkt das Enzym? Werden dem Körper exzessiv hohe Mengen Zucker etwa aufgrund sehr zuckerhaltiger Getränke oder Nahrung zugeführt, steigen die Werte für den Stoff Glycerol-2-Phosphat so stark an, dass verschiedene Zellen und Gewebe geschädigt werden können. Das von den Wissenschaftlern entdeckte Enzym kann den schädlichen Stoff jedoch aufspalten und aus den Zellen leiten. Ein Nutzen liegt auch in der Vorbeugung der Fettbildung und -speicherung sowie einer verringerten Zuckerbildung in der Leber.

 

Bevor das Enzym am Menschen Anwendung findet, sind verschiedene Tierstudien mit dem Enzym nötig, schreiben die Forscher in den "Proceedings of the National Academy of Sciences".

Quelle: Dr. Julia Hofmann19.01.16Zum AnfangZurück

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