Entzündungshemmer als Risiko für Herzversagen

Viele gebräuchliche Schmerzmittel könnten das Risiko einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) erhöhen. Mit Wirkstoffen wie Ibuprofen, das frei in der Apotheke erhältlich ist, sollten möglicherweise vor allem Ältere mit Herzproblemen vorsichtig sein, ergab eine Untersuchung von 27 Medikamenten dieser Art. Höhere Dosierungen sind der aktuellen Studie zufolge bei neun der untersuchten Medikamente besonders riskant.


Offizielle Empfehlungen warnen vor unkritischer Einnahme

Nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente (NSA), die gegen Schmerzen und Entzündungen eingesetzt werden, blockieren zwei Enzyme (COX-1 und COX-2), die bei Entzündungen eine Rolle spielen. Dazu gehören Wirkstoffe wie Ibuprofen, Diclofenac, Indometacin, Ketororlac, Naproxen, Nimesulid und Piroxiam sowie die beiden COX-2-Hemmer Etorocoxib und Rofecoxib.

Dass diese Medikamente das Risiko für eine Herzinsuffizienz erhöhen könnten, zeigten bereits frühere Untersuchungen und ergab eine aktuelle Studie italienischer Forscher im "British Medical Journal". Empfehlungen der European Society of Cardiology warnen schon länger vor der unkritischen Einnahme dieser Mittel bei Menschen mit erhöhtem Risiko für eine Herzinsuffizienz. Patienten mit diagnostizierter Herzinsuffizienz sollten die Wirkstoffe nicht einnehmen.

Die Daten aus fünf bevölkerungsbasierten Datenbanken aus Deutschland, Italien, den Niederlanden und Großbritannien mit mehr als zehn Millionen mit NSA behandelten Menschen zeigen jetzt den Zusammenhang zwischen dem Einsatz der Medikamente und einem erhöhten Herzinsuffizienzrisiko. Von den 27 geprüften Wirkstoffen waren neun mit einem erhöhten Risiko für Krankenhausbehandlungen wegen einer Herzinsuffizienz verbunden. Höhere Dosierungen der Mittel beeinflussten dabei das Risiko. 

Einen ursächlichen Zusammenhang und einen Beweis kann die Art der Untersuchung jedoch nicht liefern, so die Forscher. Die Ergebnisse mahnen aber zur Vorsicht beim Einsatz der Schmerzmittel bei gefährdeten Menschen. Herzinsuffiziente Menschen sollten mit ihrem Arzt besprechen, ob die Medikamente für sie geeignet sind. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann07.10.16Zum AnfangZurück

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