Enge Freunde schützen vor Demenz

Wer auch im Alter tiefgehende Bindungen zu anderen Menschen pflegt, schützt damit seinen Geist. Das ergab jüngst eine Studie von Wissenschaftlern aus Illinois.

 
Studie beleuchtet Zusammenhang zwischen geistigem Alter und sozialen Bindungen

Mit zunehmendem Alter lassen geistige Fähigkeiten immer weiter nach. Doch nicht jeder Mensch verliert in gleichem Maß seine Gedächtnisleistung. Die Professorin Emily Rogalski und ihr Team entwickelten einen Fragebogen für über 80-Jährige mit für ihr Alter überdurchschnittlichen geistigen Fähigkeiten. Ihr geistiges Alter entsprach ungefähr dem von durchschnittlichen 50- bis 60-Jährigen. Auch eine Vergleichsgruppe mit den normalen Denkleistungen über 80-jähriger Menschen füllte den Fragebogen aus.

In dem Fragenbogen machten die Senioren Angaben über ihre sozialen Kontakte und Bindungen, ihre Selbstständigkeit und ihre Persönlichkeit sowie Selbstwahrnehmung. Mithilfe dieser Daten betrachteten die Wissenschaftler das soziale Leben älterer Menschen erstmals in Verbindung mit ihrem geistigen Können. 


 Im Kopf jung Gebliebene pflegen engere Kontakte

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass die über 80-Jährigen mit sehr guten geistigen Fähigkeiten gegenüber der Vergleichsgruppe einen signifikant höheren Punkte-Score in Bezug auf die Anzahl ihrer engen sozialen Bindungen erzielten. Rogalski schließt aus diesen Ergebnissen, dass ein starkes soziales Umfeld den geistigen Zerfall verlangsamen kann.

Frühere Studien haben gezeigt, dass enge Freundschaften und andere positive soziale Bindungen die Gefahr senken können, an Alzheimer zu erkranken. Rogalski betont jedoch, dass man daraus nicht den Schluss ziehen könne, dass Menschen, die enge Bindungen pflegten, diese Erkrankung nicht entwickeln könnten. 

Dennoch haben soziale Bindungen viele positive Gesundheitsaspekte, von denen Menschen aller Altersgruppen profitieren. Wer Freundschaften und familiäre Bindungen bis ins hohe Alter pflegt, hat deshalb immer Vorteile gegenüber Menschen, die vereinsamen.  
 

Quelle: Dr. Julia Hofmann07.11.17Zum AnfangZurück

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