Endlich Nichtraucher mit E-Zigarette?

Raucher, die der Zigarette abschwören möchten, sollten vielleicht zur E-Zigarette greifen. Denn das Dampfen erhöht die Erfolgsrate, zeigt eine im renommierten "British Medical Journal" veröffentlichte Untersuchung. 


E-Zigaretten: Dampfen statt Rauchen

Die Sorge, dass das Dampfen einer E-Zigarette die Motivation untergräbt, mit dem Rauchen aufzuhören, ist laut einer aktuellen Studie von Forschern des University College in London wahrscheinlich unbegründet. Im Gegenteil scheint der Ansatz erfolgreich zu sein, um dem Zigarettenrauchen zu entsagen. In Großbritannien könnte das die Ursache für die sinkenden Raucherzahlen sein.

In Großbritannien nutzen mehr als zwei Millionen Menschen die E-Zigarette. Diese verbrennen nicht wie konventionelle Zigaretten Tabak, sondern verdampfen mithilfe eines Akkus eine Flüssigkeit, wobei Dampf entsteht. Dieser Dampf wird eingeatmet. Die Flüssigkeit gibt es in den verschiedensten Geschmacksrichtungen mit Nikotin in unterschiedlicher Dosierung, aber auch ohne Nikotin. Enthalten sind außerdem weitere Chemikalien.

Um das Dampfen von E-Zigaretten sind immer wieder hitzige Diskussionen entbrannt. Gesundheitsorganisationen in Großbritannien kommen aber immer mehr zu dem Konsens, dass E-Zigaretten bei der Entwöhnung von Zigaretten hilfreich sind. Im Dampf sind ihrer Meinung nach nicht die tödlichen Toxine enthalten wie im Rauch von Zigaretten. Damit könnte die E-Zigarette für sinkende Krankheits- und Todeszahlen sorgen.


Mit E-Zigarette weniger Langzeitraucher?

In der aktuellen Studie nahmen die Forscher zwei Informationsquellen zu Hilfe. Die sogenannte "Smoking Toolkit Study" liefert Daten aus zehn Jahren, in denen monatlich Daten zu Rauchen, Rauchstopp und E-Zigarettennutzung von britischen Erwachsenen erhoben worden waren. Aufschluss gaben zudem vierteljährliche Daten zur Anzahl der Erwachsenen, die den National Health Service in Anspruch nahmen, um mit dem Rauchen aufzuhören.

Aus der Analyse der Daten geht hervor, dass die Nutzung von E-Zigaretten in 2015 mit 18.000 zusätzlichen Langzeitrauchern verbunden ist, die in die Reihen der Ex-Raucher wechselten. Dies wären zwar keine unglaublich hohen Zahlen, so die Forscher, doch sei das Ergebnis aufgrund des immensen Gesundheitsgewinns klinisch signifikant. Im Vergleich zum Fortführen des Rauchens gewinne ein 40-Jähriger zusätzlich neun Lebensjahre, rechnen sie vor. 

Einschränkend bemerken sie, dass es sich um Daten einer Beobachtung handelt. Es lassen sich zwar Verbindungen herstellen, doch bleiben diese Daten den Beweis schuldig, dass E-Zigaretten den Rauchstopp direkt verursachen. Dennoch, dass mit der zunehmenden Nutzung von E-Zigaretten die Raucherzahlen fielen, sei als Hinweis auf den Nutzen von E-Zigaretten zu werten. Denn es zeigte sich auch, dass mit der Zunahme der E-Zigarettennutzung Verschreibungen von Nikotinersatzprodukten wie Nikotinpflastern oder -kaugummis zurückgingen. Möglicherweise haben viele der derzeitigen "Dampfer" diese Therapien bereits ausprobiert,bevor sie zu E-Zigaretten griffen. Um diesen Zusammenhang zu belegen, wären aber weitere Untersuchungen nötig, so die Forscher.

Quelle: Dr. Julia Hofmann21.09.16Zum AnfangZurück

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